Unsere Schweizer waren nicht wenig erstaunt, als wir am späten Abend sagenhaft verdreckt wieder bei ihnen eintrafen. Das heiße Bad tat uns wohl. Am nächsten Morgen wählten wir die asphaltierte Hauptstraße nach Süden. Auch sie hat tückische Schlaglöcher und unsichtbare Bodenschwellen, die beim schnellen Fahren verhängnisvoll werden können.

Das fruchtbare Ackerland an den Ufern des Victoriasees endet erst bei Masaka, einem Umschlagplatz für Kaffee, Baumwolle, Felle. Dort bot sich das gleiche Bild wie in Kampala – ausgebrannte Häuser, vernagelte, ausgeraubte Geschäfte, aber viel Leben in den Straßen.

Dann wurde das Land hügeliger, lieblicher. Große Watussi-Rinderherden zogen über die Weiden. Die Straße führte nun nach Westen, in ein ausgedehntes Sumpfgelände. Graureiher, Sattelstörche, Kormorane, Ibisse – unzählige seltene Vögel haben hier ihr Paradies. Die nächste Stadt war Mbarara. Dort waren die einmarschierenden tansanischen Truppen auf die Soldaten Amins getroffen und hatten ihnen heftige Kämpfe geliefert. Dementsprechend trostlos ist auch jetzt noch der Anblick der Stadt: zerbombte Häuser, ein ausgebranntes Rathaus, leere Fensterhöhlen.

Hinter Mbarara wurde es bergig. Von der Höhe der Grabenbruchstufe bezauberte uns schließlich ein unendlich weiter Blick auf die – ausgedehnte Ebene des Ruwenzori-Nationalparks. George- und Edwardsee blinkten in der Ferne, und dahinter ahnten wir die hohen Gipfel des Ruwenzori-Gebirges, die sich fast immer in den Wolken verstecken. Welch ein herrliches Land.