Bis zum Dienstag hatten die Vereinigten Staaten über 15 000 Kuba-Flüchtlinge aufgenommen – 200 000 Kubaner wollen noch ausreisen.

Seitdem Havanna die Luftbrücke Kuba–Costa Rica eingestellt hat, kommen die Kubaner zu Schiff nach Key West (Florida), auf einer Flotte kleiner und kleinster Boote, organisiert von Exilkubanern.

Zeitweise drängten sich fast 1500 Boote im Hafen von Mariel und warteten auf Passagiere, die sich auch von Stürmen in der 140 Kilometer breiten Florida-Straße nicht abschrecken ließen.

Präsident Carter hat angedeutet, Amerika könne allen Ausreisewilligen – zumindest vorübergehend – Asyl gewähren.

Derzeit warten 387 Kubaner – zumeist entlassene politische Gefangene – in der US-Mission in Havanna auf Visa und Ausreise; sie waren vor einer knüppelschwingenden Meute dorthin geflohen, nachdem sie gegen die schleppende Ausstellung ihrer Papiere protestiert hatten.

Castro ist offenbar entschlossen, über 200 000 Unzufriedene loszuwerden, um aus dem Schaden für sein Ansehen noch das Beste zu machen. Havanna hat den Vorwurf, es handele sich schlicht um Asoziale, fallen gelassen, macht aber Washington für die „Provokation“ und die Zusammenstöße zwischen Auswanderern und Regimetreuen verantwortlich.