DIE ZEIT

Im Kampfanzug

Auf dem CDU-Parteitag in Berlin hat eine neue Phase des Wahlkampfs begonnen – die große Konfrontation. Die Botschaft der Union lautete: Nur eine Regierung unter Franz Josef Strauß kann den galoppierenden Sozialismus im Innern, den SPD-Staat verhindern; nur die CDU/CSU kann die Überwältigung von außen, die Unterwerfung unter den sowjetischen Imperialismus vereiteln.

Klose ins Stammbuch

Der Giftskandal von Hamburg, der im Spätsommer vergangenen Jahres die Mauern der Hansestadt beben ließ, war sehr viel schlimmer, als die Bürger damals ahnten.

Schritte in die richtige Richtung

Hat sich in der alten Sommerresidenz polnischer Könige, dem Barockschloß Wilanów bei Warschau, Anfang dieser Woche die internationale Düsternis aufgehellt – fünf Monate nach dem russischen Einmarsch in Afghanistan? Valéry Giscard d’Estaing hat zwar nach seinem Dialog mit Leonid Breschnjew zum Afghanistan-Konflikt konstatiert: "Es hat sich gezeigt, daß die Standpunkte weit voneinander entfernt sind und entfernt bleiben.

Olympische Zweifel

Mit "Bitternis und Sand im Munde" hat das Nationale Olympische Komitee der Bundesrepublik beschlossen, den Moskauer Spielen fernzubleiben.

Zeitspiegel

Terrorismus-Verdächtige in West-Berlin haben es schwer, einen Anwalt ihres Vertrauens zu finden. Nur etwa die Hälfte der rund 300 Berliner Strafverteidiger ist überhaupt bereit, ein Mandat in Terror-Strafsachen zu übernehmen.

Worte der Woche

"Wenn Sie uns Mut oder Tapferkeit absprechen wollen, wenn Sie uns die Fürsorge absprechen wollen für die uns anvertrauten Menschen, dann reden Sie unlauter und illoyal, Herr Oberstleutnant der Reserve.

Amerika 1980 - nur bedingt abwehrbereit

Seit langem hat sich die Welt in den Augen der Amerikaner nicht mehr so düster ausgenommen wie im Frühjahr 1980. Nie zuvor war sich das Land der Grenzen seiner Macht schmerzhafter bewußt als jetzt.

Genscher nach dem Wahldebakel: Der Mann, der über seinen Schatten springt

Wenn Kritik an ihm laut wird, und sei es nur durch die Blume, ist Hans Dietrich Genscher ganz Ohr. Nach dem Wahldebakel der FDP in Düsseldorf hatte er keine Palastrevolution niederzuschlagen; doch es sind viele stumme Fragen an den Parteivorsitzenden gerichtet worden, für die er hellhörig ist.

Verstrickt in die Vergangenheit

Freunde von mir pflegten den Heiligen Abend am 25. Dezember zu feiern, Weil sie bis zum 24. mit ihren Vorbereitungen nie fertig wurden.

Kuba-Flüchtlinge: Castros Poker

Unverschämtheit gehört zu den Markenzeichen erfolgreicher Diktatoren. Fidel Castros rücksichtsloser Poker mit dem Leben, der Gesundheit und der Freiheit aller jener Untertanen, die Kuba in Richtung Vereinigte Staaten verlassen wollen, hat ihm einen vorübergehenden politischen Erfolg eingetragen.

China: Späte Ehre

Chinesen verstehen sich auf die Sprache der Symbole. Darum ist nicht abzusehen, welche Tiefenwirkung die Trauer- und Wiedergutmachungsfeier haben wird, die am Wochenende in Peking für den ehemaligen Rivalen Maos, den 1969 im Gefängnis gestorbenen Staatspräsidenten Liu Schao-tschi, Zelebriert wurde.

Wolfgang Ebert: Der Schock

"Und wie! Wegen dieser Fehlwahl muß die FDP ihrem Koalitionspartner fortan dauernd Knüppel zwischen die Beine werfen, es wird unentwegt Zänkereien geben, und vielleicht bricht die Koalition vorzeitig auseinander.

Peru: Zurück zur Demokratie

Der 67jährige Zivilist bekam am Sonntag weit mehr als die im ersten Wahlgang erforderlichen 36 Prozent. Das Charisma des liberal-konservativen Chefs der "Acción Popular" (AP) hat die Zeit der Diktatur überdauert.

Islam-Staaten: Streit um Kabul

Die im "Islamischen Bündnis für die Befreiung Afghanistans" zusammengeschlossenen fünf Gruppierungen waren von dem iranischen Außenminister Ghotbzadeh kurzerhand als Mitglieder seiner Delegation deklariert worden.

Miami: Rassen-Krawalle

Auslöser war der Urteilsspruch eines nur mit Weißen besetzten Gerichtes, das vier weiße Polizisten von der Anklage freisprach, einen Schwarzen nach einem Verkehrsdelikt zu Tode geprügelt zu haben.

Nepal: Nein zur Demokratie

Nepals einziger freigewählter Regierungschef, B. P. Koirala, der von 1959 bis 1960 regierte und seitdem im Gefängnis und im Exil lebte, nannte das Ergebnis "unerwartet und unerklärlich": 2,435 Millionen für das bisherige Panchayat-System, 2,007 Millionen für ein Mehrparteiensystem.

Das letzte Gefecht

Die Berliner Polizeiführung glaubte, ihren Einsatz beenden zu können. Da ging es erst richtig los. Die Alliierte Parade am vorigen Sonnabend, gegen die ein "Internationales Komitee für Abrüstung und Frieden" gewaltlosen Widerstand angekündigt hatte, war ohne Zwischenfälle vorbeigegangen.

Fall Tschikowani: Kleinlaut eingebürgert

Wenige Tage bevor Schleswig-Holsteins Innenminister der 27jährigen Tamara Tschikowani vor dem Lüneburger Oberverwaltungsgericht endgültig den Prozeß zu machen gedachte, obsiegte die junge staatenlose Frau im zähen Ringen um ihre Einbürgerung gegen die christdemokratischen Landesherren.

Gesundheitstag: Viele Ärzte werden grüner

Die Hörsäle quollen über. Bärtige in roten Latzhosen und junge Frauen, gefärbte Windeln um den Hals, lauschten den Diskussionen, schlängelten sich durch dichtgedrängte Menschenreihen, stritten freundschaftlich um Alternatives.

Spionage-Prozeß: War er Quelle oder Spitzel?

Friedrich. Cremer, der rundliche Mann im Nadelstreifenanzug, versteht die Welt nicht mehr. "Was habe ich nun eigentlich verbrochen?" fragt der 60jährige nach dem Richterspruch, der ihm zweieinhalb Jahre Gefängnis verordnet.

Moskau damals

Fast jedes zweite Gebäude in Petersburg war ein Palast oder war eine Kaserne in Moskau war fast jedes zweite Gebäude eine Kirche.

Links von der britischen Mitte

Mit Frau Thatchers Wahlsieg vom Mai 1979 hat sich der Ausspruch des früheren Tory-Ministers Maudling, Großbritannien sei ein konservatives Land, das gelegentlich einmal Labour wähle, scheinbar von neuem bestätigt.

Im Dickicht der Kontrollen

Zu Beginn dieser Woche ist wieder ein Stück wirtschaftlicher Freizügigkeit zerstört, das es zuvor – wenn auch zuletzt nur noch auf dem Papier – gegeben hat: Die Ausfuhr von Gütern aus der Bundesrepublik und den benachbarten europäischen Ländern in den Iran bedarf der amtlichen Genehmigung.

Ferkelstecher im Amt

Nicht, daß die Kollegen auf dem Amt der jungen Steuerinspektorin den kleidsamenPelzmantel geneidet hätten. Nur mochte er nicht so recht zu jenem Lebensstandard passen, er sich mit einem dürren Inspektorensalär finanzieren läßt.

BONNER KULISSE

Sobald das Ende der Legislaturperiode des 8. Deutschen Bundestages eingeläutet wird, müßte die deutsche Werbewirtschaft einen Orden für den Werbemann des Jahres stiften: Der FDP-Abgeordnete Detlef Kleinen hat sich um die Werbewirtschaft verdient gemacht.

Absturz in die Ohnmacht

Wir haben beträchtlichen politischen Einfluß und viel Macht verloren", bekannte David Basnett, einer der prominentesten britischen Gewerkschaftsführer, vor den Delegierten seiner General and Municipal Workers Union, einer der großen Gewerkschaften des Landes.

Börsen-Report

Gegen den erklärten Willen der Bundesbank sind in den letzten Wochen die Kapitalmarktzinsen kräftig gesunken. Ausgangspunkt dieser überraschenden Bewegung ist der Zinssturz in den USA.

Kuponsteuer: Weil es die Beamten so wollen

In Bonn ist erneut eine Steuer ins Gerede gekommen, von der der deutsche Durchschnittsbürger gar nicht weiß, daß es sie gibt, die aber gleichwohl ihre Tücken hat: die Kuponsteuer.

Steuerfahndung: Falle am Buffet

Den wird die Schweiz wohl kaum wiedersehen", spottete ein Reporter, nachdem Bernhard Rui nach Hinterlegung einer Fluchtkaution das Untersuchungsgefängnis verlassen hatte und aus der Schweiz, die sich ihm um einiges ungastlicher als für manchen Touristen erwies, schnurstracks in Richtung Frankreich verschwand.

Umweltschutz: Neuer Anlauf von der FDP

Wenige Tage vor der Wahlniederlage der Liberalen bei den nordrhein-westfälischen Landtagswahlen hatte FDP-Generalsekretär Günter Verheugen laut verkündet, "die Freien Demokraten können sich nicht damit abfinden", daß eine ihrer zentralen Forderungen nicht mehr in dieser Legislaturperiode verwirklicht werde.

BUCH DER WOCHE

Daß der Wunsch nach Gewinnmaximierung das eigentliche Motiv aller Unternehmen sei, ist ein ebenso unsinniges wie unausrottbares Vorurteil.

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