DIE ZEIT

Teures Britannien

Ehe in aller Unbefangenheit und mit aufrichtiger Erleichterung die Rede davon sein wird, daß Bonn den größten – wiewohl auch den teuersten – Beitrag zur Lösung der schwersten Europakrise seit zweieinhalb Jahrzehnten geleistet hat, wird noch viel Zeit ins Land gehen.

Vorwahlen ohne Happy-End

Die Vorentscheidung in Amerika ist gefallen. Mit der Serie von Wahlen am Dienstag dieser Woche und, im Anschluß daran, einem knappen Dutzend Landesparteitagen geht die Suche nach den Präsidentschaftskandidaten zu Ende – ohne Happy-End.

Atlantische Malaise

In knapp drei Wochen treffen sich in Venedig die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten des Westens zu ihrer jährlichen Gipfelkonferenz.

Die Opec zieht die Schrauben an

Wer geglaubt hatte, die Opec-Länder würden nach den rasanten Preissteigerungen des vergangenen Jahres der Welt wenigstens eine kurze Atempause gönnen, hat sich gründlich getäuscht.

Worte der Woche

"Es fährt kein DSB-Funktionär nach Moskau. Es fahren auch keine Delegierten zu den Kongressen, etwa zu den Olympischen Spielen, sondern sie fliegen in Wahrnehmung unserer Interessen, also ihrer Verbandsinteressen im Rahmen der Tagung der Weltföderation in den Welt-Sportverbänden in die sowjetische Hauptstadt, nehmen am Kongreß teil, verlassen diesen und fliegen zurück.

Als Kundschafter in den Kreml

Erst dieser Tage hat Alexander Bondarenko, sein alter Gegenspieler und Mitstreiter schon aus den Zeiten des Berlin-Abkommens, auf dem Sofa in seinem Amtszimmer gesessen.

Zeitspiegel

Wie sie denn die Möglichkeiten beurteile, durch Bepflanzung von Flachdächern mit Gras Heizenergie im Wohnungsbau einzusparen, hat der FDP-Abgeordnete Werner Zywietz die Bundesregierung gefragt.

Fritz Teufels letzte Justizkomödie

Fritz Teufel: Spaßmacher der Apo, legendärer Kommunarde, freigesprochen von der Anklage eines versuchten Puddingattentats auf US-Vizepräsident Humphrey und der Verbreitung eines Flugblattes mit schlechtem Englisch – "burn, warehouse, burn" –, verurteilt wegen Entwendung einer Dienstmütze und versuchten Anzündung eines Gerichtsgebäudes, jetzt 37 Jahre alt.

Flügelflattern ohne Folgen

Mit überschäumender Siegeszuversicht geht die FDP ihrem Wahlparteitag in Freiburg nicht entgegen. Die Ursache für den Schwung an Optimismus scheint offenkundig, zu sein: Die Niederlage von Nordrhein-Westfalen, die den Freien Demokraten plötzlich und drastisch bewußt machte, daß es im Parteiensystem der Bundesrepublik keine Nische für die Liberalen gibt, wo sie in traulicher Unversehrtheit, unbedrängt von den großen Auseinandersetzungen, klein aber fein überdauern können.

Disziplin wird groß geschrieben

Anfang nächster Woche treffen sich die Sozialdemokraten zu ihrem Wahlparteitag in Essen. Trotz der letzten Wahlsiege herrscht nicht nur Zufriedenheit bei den Genossem

Wieviel Frist hat Südafrika?

Südafrika im Frühjahr 1980: Das ist ein Sturzbach widerstreitender Eindrücke. Mandie Gesprächspartner machen dem fremden Besucher Hoffnung auf Wandel, andere ergeben sich abgrundtiefer Depression, Den Optimisten gibt die gärende, bohrende Diskussion recht, die allenthalben in den weißen Hochburgen im Gange ist, den Pessimisten liefern die jüngsten Schülerunruhen aktuelle Argumente.

Friedhofsstille in Kwangju: Die Soldaten sangen das Lied der Sieger

Der Aufstand von Kwangju ist niedergeschlagen." Die Lage in der 350 Kilometer südlich von Seoul gelegenen Provinzhauptstadt mit ihren 800 000 Einwohnern hat sich nach außen hin wieder normalisiert – unter der Fuchtel der Armee, scharf bewacht von Panzern und Militärpatrouillen, die mit dem Finger am Abzug die einzelnen Stadtviertel durchkämmen.

Bericht aus China (II): Ein Hauch von Kommerz

Du müßt ins Theater gehen, wenn du. erfahren willst, was in China vor sich geht", sagte meine alte Freundin Wang Hsi, die jetzt die zusehends lebendiger werdende Peking Rundschau redigiert.

Indien: Ein Star ohne Erfolg

Lange nicht mehr hatte man sich auf dem internationalen Parkett so um sie gerissen. Schon bei den Unabhängigkeitsfeiern in Zimbabwe war aufmerksam registriert worden, mit wem sie wie lange und worüber sprach.

Spanien auf dem Weg zur Großen Koalition?

Dennoch verlor der spanische Premier bei der Parlamentsdebatte alle Bundesgenossen, die seinen brüchigen Minderheitskabinett bisher sicher beigesprungen waren: baskische Nationalisten, katalanische Regionalpolitiker, selbst die konservative Rechte.

Zum Mißvergnügen Moskaus: Hua in Japan

Vor den Fließbändern von Toyota verharrte Hua zwanzig Minuten länger, als das Protokoll vorsah. Vom Dach des Handelszentrums in Kobe starrte er beeindruckt auf das Gewühl im Hafen und fragte die Umschlagziffern und In Kawasaki staunte er über die Fingerfertigkeit der Fabrikarbeiter von Fujitsu, Japans größter Computerproduktion.

BONNER BÜHNE: Vor der Wa(h)lpurgisnacht

In der kommenden Woche biegt der achte Deutsche Bundestag in die Zielgerade ein. Aber sein Endspurt vor der Sommerpause und dem Schluß der Legislaturperiode wirdeher ein Dauerlauf sein und auch zu keinem rauschenden Finale führen.

Galgenfrist für den NDR

Professor Horst Sendler, Präsident des Bundesverwaltungsgerichtes in Berlin, faßte das Urteil so zusammen: "Der NDR besteht als Zwei-Länder-Anstalt fort.

Olympia im im Widerstreit: Sozialistischer Weitsprung?

Unter dem Zwang des Terminkalenders hat die Diskussion um Sinn und Legitimität eines Boykotts der Olympischen Spiele von Moskau als Antwort auf die militärische Vergewaltigung Afghanistans durch die Sowjetunion zwar zu einem Ergebnis geführt, doch keine Erleuchtung gebracht.

Jugendfunk Radio Bremen: "Schreckliche Sendung"

Zwischen Häppchen und Schlückchen flüsterte der Bremer CDU-Chef dem Bremer Rundfunkintendanten (SPD) ins Ohr: "Gerhard, ich habe gehört, dein Jugendfunk plant für heute abend dicke Klopse.

Der Rechtsstaat erstickt nicht!

Kürzlich hat Hanno Kühnert die pessimistische These aufgestellt, dem deutschen Rechtsstaat drohe der Erstickungstod. Er hat dabei ein düsteres Bild der Justiz in der Bundesrepublik Deutschland gemalt.

Opel kommt ins Schleudern

Unsere Muttergesellschaft General Motors plant die Produktion eines Weltautos, das in Brasilien und Japan, in Australien und Deutschland gebaut werden soll – und Opel gelingt es nicht, ein Modell von Bochum nach Rüsselsheim zu verlagern", klagt Rudolf Müller, stellvertetender Betriebsratsvorsitzender von Opel.

Vor Abenteuern wird gewarnt

Wir sind auf dem besten Wege, wie weiland 1975 wieder in eine Inflationsmentalität abzurutschen. Die Menschen fliehen wieder in die Sachwerte, sie sparen nicht mehr soviel, haben den Wunsch, Geld so schnell wie möglich auszugeben, und versuchen, künftige Inflationsraten in die eigenen Preisforderungen einzukalkulieren.

BONNER KULISSE

Es ist eine schamlose Untertreibung, wenn gelegentlich vorgerechnet wird, ein Bundestagsabgeordneter koste pro Monat, zähle man auch seine einzigartige Alterssicherung und seinen beamtenähnlichen Gesundheitsschutz hinzu, runde 20 000 Mark.

Die Krise wurde vertagt

Nach dem Brüsseler Kompromiß muß Großbritannien für 1980 und 1981 statt 9,75 nur 3,3 Milliarden Mark an die Europäische Gemeinschaft zahlen.

Jedes Jahr zehn Prozent mehr

Vor zwei Jahren beauftragten die Opec-Länder eine eigens gebildete Strategie-Kommission, ein langfristiges Konzept für ihre Preis- und Mengenpolitik zu erarbeiten.

Schweiz: Kampf gegen Cowboy-Ökonomie

Auf den Frühling reagiert Pierre Arnold, mächtiger Chef des mit Abstand größten Schweizer Einzelhandelsunternehmens Migros, nur noch allergisch.

Der heilsame Schock

Nach dem Finanzdebakel von 1976 sind die deutschen Sozialpolitiker vorsichtiger geworden

Lohn der Angst

Anfangs heischten sie noch nach Mitleid. Nicht nur Autofahrer und Heizölkäufer, so klagten die Chemiebosse vor Jahresfrist, würden von der Geldgier der Scheiche gebeutelt.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Bonner Politiker sind auch in dieser Legislaturperiode mit ihren vermögenspolitischen Plänen kläglich gescheitert. Jetzt verdichten sich aber die Anzeichen, daß ihnen einige große Unternehmen noch vor der Wahl beweisen wollen, daß sich die mit einer Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer verbundenen Probleme durchaus lösen lassen.

Mehr Geld für den "kleinen Luxus"

Mit insgesamt 2330 Mark standen letztes Jahr der – statistischen – Durchschnittsfamilie mit vier Personen über acht Prozent mehr Haushaltsgeld im Monat zur Verfügung als noch 1978.

ZEITRAFFER

Unaufhaltsam steigt die Inflationsrate in der Bundesrepublik. Um 6,1 Prozent lagen im Mai die Lebenshaltungskosten aller privaten Haushalte höher als ein Jahr zuvor, meldet das Statistische Bundesamt.

Mehr Benzin aus Öl

Schram: DieVerarbeitung von Rohöl führt zunächst zu einer breiten Produktpalette. Die Veränderung der Produktausbeute ist innerhalb bestimmter Grenzen möglich, die vor allem durch die technische Auslegung der Raffinerien bestimmt werden; Worauf es ankommt, ist, daß wir in unseren Raffinerien vorrangig die Produkte aus Rohöl herstellen, die aus anderen Rohstoffen so wirtschaftlich nicht hergestellt werden können.

"Gäbe es doch Facharbeiter..."

Wer Unternehmer in Berlin nach ihren Sorgen fragt, bekommt immer die gleiche Antwort: Facharbeiter fehlen, Wohnungen, für Facharbeiter, sind kaum zu bekommen, Industriegelände ist knapp und teuer.

Immer höher, immer weiter, immer schneller

Fünf Mark Kirmesgeld – das war früher viel. Wenn Großmütter, Opas, Tanten und Onkel ein paar Groschen, einen Fünfziger oder sogar ein Markstück spendeten, waren Kinder damit glücklich zu machen.

Es ist eben nicht leicht mit der Kultur

Auswärtige Kulturpolitik ist kein Thema, mit dem man viele Hunde hinterm Ofen hervorlocken könnte. Es sind allzuoft langweilige Leute, die sich langweilig darüber verbreiten.

Künstler und Literat

John Heartfields radikales Nein zur bürgerlichen Gesellschaft und Klaus Staecks ironisches Infragestellen

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