In der Regel handelt es sich dabei um Anlagen und Darlehen, welche die Bank zwar in eigenem Namen und auf Grund eines schriftlichen Auftrages gewährt, jedoch ausschließlich auf Rechnung und Risiko des Kunden. Der Bank bleibt eine mehr oder minder stattliche Kommissionseinnähme, Immerhin überstiegen bei der Bankgesellschaft und bei der Creditanstalt schon im vergangenen Geschäftsjahr die ausgewiesenen Nettokommissionen die Erträge aus dem Kreditgeschäft. Vom gesamten Kuchen der Treuhandgeschäfte, der im vergangenen Jahr fast 80 Milliarden Franken groß war, haben sich die Großbanken mit einem Anteil von fast 30 Milliarden Franken ein dickes Stück abgeschnitten.

Nationalbankpräsident Leutwiler, der es ohnehin lieber sähe, "wenn das Auslandsgeschäft unserer Banken in geordneteren Bahnen verlaufen würde", nahm denn auch anläßlich der Generalversammlung der halbstaatlichen obersten Währungsbehörde gerade die Treuhandgeschäfte ins Visier. Da die Größenordnung dieser Geschäfte das Volumen der in der Bilanz erfaßten Auslandsoperationen zu übersteigen drohe, sei "eine Bremsung dieser Dynamik durchaus wünschenswert".

Das Parlament weiß auch schon einen Weg: Zum geplanten Sparpaket der Regierung, für den Ausgleich des eidgenössischen Budgets bis 1983, sollen auch die Banken ihr Schärflein beitragen. Das Schlagwort heißt Bankenbesteuerung.

Fielen bislang nur Kapitalerträge, Lotteriegewinne und bestimmte Versicherungsleistungen unter die sogenannte Verrechnungssteuer, eine vom Bund erhobene Quellensteuer, so will er künftig auch die Treuhandgelder einer, wenn auch verringerten, Verrechnungssteuer von fünf Prozent unterstellen.

Im Hinblick auf diese Pläne könnte sich das forsche Vorgehen der Großbanken als Eigentor erweisen, zumal sie auch noch von anderer Seite unter Beschuß stehen. Erst kürzlich forderte die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP), die sich sonst eher dem status quo verpflichtet fühlt, die Nationalbank auf, "den Abschluß einer Vereinbarung mit den Banken zu prüfen, mit dem Zweck, die Annahme von Geldern umstrittener Herkunft aus Entwicklungsländern. zu prüfen".

Auch die eidgenössische Bankenkommission hob vor einiger Zeit mahnend den Zeigefinger. Als Kontrollinstanz hat sie vor allem das nichtbilanzwirksame Geschäft aufs Korn genommen, also jene Geschäfte, bei denen die Banken als Vermittler auftreten. Auf der Wunschliste von Kommissionspräsident Hermann Bodenmann stehen neben einer besseren Aufsicht über diese Geschäftssparte die Neuordnung und Verschärfung der Eigenmittelvorschriften.

Um eine schärfere Kontrolle geht es schließlich auch der Sozialdemokratischen Partei mit ihrer "Bankeninitiative". Rund 122 000 Schweizer Bürger hatten schon Ende letzten Jahres mit ihrer Unterschrift eine Verfassungsänderung gefordert, die unter anderem eine Lockerung des Bankgeheimnisses, mehr Information über die Geschäfte und Beteiligungen, sowie eine generelle Einschränkung der Bankenmacht möglich machen soll.