Von Fritz J. Raddatz

FRITZ J. RADDATZ: Ihr neues Buch ist ein Sensationserfolg. Warum?

ROGER GARAUDY: Es ist ein globales Werk, das gleichzeitig die Beziehungen des Menschen zur Natur umfaßt, wie die Beziehungen der Menschen untereinander, das heißt die politischen Beziehungen; und die Beziehungen der Menschen zu Gott.

Einige Sätze in Ihren Büchern sind den Parolen der "Grünen" in Deutschland sehr ähnlich.

Ja, ich stimme mit Ihren "Grünen" überein, aber meiner Ansicht nach kann man nicht allein die Natur verteidigen, das ist nicht die ganze Politik.

Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie Politik einmal eine Synthese aus Marx und Rimbaud genannt. Was heißt das konkret?

Ich denke, daß Glaube und Politik untrennbar sind. Für mich besteht die Gemeinsamkeit darin, daß man sowohl in der Politik wie auch im Glauben persönlich verantwortlich für die Zukunft der anderen ist. Dies ist auch die Hauptthese meines Buches "L’appell aux vivants": Das Problem des Wachstums ist weder nur ein ökonomisches noch lediglich ein politisches Problem, sondern in erster Linie ein religiöses.