Gibt es noch Auswege aus der Krise?

Von Dietrich Strothmann

Die Erklärung der europäischen Staats- und Regierungschefs "zugunsten des Friedens" in der weltpolitischen Wetterecke Nahost hat weder den Palästinensern noch den Israelis oder den Amerikanern gefallen. Es fragt sich also, ob es überhaupt noch Auswege aus der Krise geben kann. Drei vage Möglichkeiten zur positiven Wende bieten sich an:

1. Die israelische Option: Sieht Regierungschef Menachem Begin auch seine letzten Felle davonschwimmen, tritt er also zurück, gibt den Weg zu vorgezogenen Neuwahlen endgültig frei und kommt erneut die Arbeiterpartei in Jerusalem an die Macht, dann erscheinen die Aussichten für eine Autonomie günstiger, wie sie, gemäß dem Abkommen von Camp David, am 26. Mai dieses Jahres für die von Israel besetzten arabischen Gebiete Westjordanien und Gaza hätte wirksam werden sollen.

Im Gegensatz zur biblisch fundierten Anti-Politik Begins, der auch nach einer fünfjährigen Übergangsfrist für die Autonomieregelung zu keinen Gebietskonzessionen bereit wäre, will die Arbeiterpartei unter Schimon Peres nach dem alten Allon-Plan von 1968 territoriale Kompromisse eingehen: Mit Ausnahme eines Sicherheitsstreifens entlang des Jordans, gebildet aus einer Siedlungskette und Militärlagern, soll das restliche Gebiet in Westjordanien und Gaza geräumt und an die dort ansässige Bevölkerung oder an Jordanien zurückgegeben werden. Auch für Jerusalem, das ungeteilt bleiben soll, bietet sich eine Lösung an: Unter israelischer Oberhoheit verwalten die Araber ihr Stadtgebiet und ihre heiligen Stätten selber.

Wieder mit dem Rücken zum Meer

Moshe Dajan, ehemaliger Labour- und Likud-Minister, wie auch Ezer Weizman, zurückgetretenes Mitglied des Kabinetts Begin, gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie plädieren für den einseitigen Abzug der israelischen Militärbehörden und für die Übertragung lokaler Befugnisse an die arabischen Bürgermeister.