Bei der Standortsuche für ein neues Werk sondierte BMW-Chef Eberhard von Kuenheim auch im niedersächsischen Wirtschaftsministerium in Hannover. Ministerin Birgit Breuel zeigte sich nicht uninteressiert, machte aber Kuenheim, wie sie jetzt vor Münchner Wirtschaftsjournalisten ausplauderte, eines klar: "Über Geld brauchen wir gar nicht zu reden."

Die ausufernde Förder- und Subventionspolitik ist Frau Breuel ein Greuel: "Wenn man sieht, was Bremen und Bayern gegenwärtig an Subventionsangeboten machen, dann kann einem nur angst und bange werden." In Bremen erweitert Daimler-Benz ein Werk, Bayern will unbedingt die neue BMW-Fabrik für den Freistaat sichern.

Auch Frau Breuel möchte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Schon angesichts der Bedeutung des Volkswagenwerkes für die niedersächsische Wirtschaft stellte sie fest: "Wir haben ein großes Interesse daran, den Standort Bundesrepublik für die Autoindustrie zu halten."

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Am 23. Mai war Hans-Otto Scholl seiner Sache noch ganz sicher und bot seinen Rücktritt als Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie an. Am Mittwoch vergangener Woche geschah das, was Scholl nach eigenem Bekunden "nie erwartet hatte": Der Verbandsausschuß nahm das Angebot an.

Die Trennungsvereinbarung zwischen Verband und Hauptgeschäftsführer nennt unter Ziffer 6, Punkt 1 den offiziellen Grund: "Dr. Scholl nimmt zur Kenntnis, daß ihm eine Überschreitung seiner Kompetenzen bei Anlageentscheidungen vorgeworfen wird."