Verantwortlich für die Inflationsrate, die im Mai in der Bundesrepublik bei sechs Prozent lag, waren unter anderem wieder die Preise für Energie. So verteuerte sich Heizöl, gemessen am Preis von Mai 1979, um 29,5 Prozent, Gas um knapp 18 und Kohle um 15,8 Prozent. Bei Kraftstoffen liegt der Preiszuwachs inzwischen bei 24,3 Prozent. Abgesehen von den Kraftstoffpreisen werden Autofahrer auch sonst kräftig geschröpft: Reparaturen kosten elf Prozent mehr, und für Garagenmieten müssen 5,4 Prozent mehr auf den Tisch des Eigentümers gelegt werden.

Weitere Hiobsbotschaften zum Thema Energiepreise kommen von den Gaswerken. Spätestens im Herbst werden Bremer Gasverbrauch er mit einem Aufschlag von mehr als dreißig Prozent auf die jetzigen Preise rechnen müssen. In Hannover sollen, die Preise um zwölf, in Berlin und im Frankfurter Großraum um zehn Prozent steigen. In Hamburg liegt die zur Jahresmitte beschlossene Preiserhöhung bei rund neun Prozent.

Entlastet wird das Budget der deutschen Haushalte nur noch beim Kauf von Frischgemüse, das fast zwölf Prozent weniger kostet, während auf die Nahrungsmittelpreise ohne Saisonwaren im Durchschnitt 3,5 Prozent und auf die Einzelhandelspreise insgesamt 5,9 Prozent aufgeschlagen worden sind. Alles in allem liegen die Lebenshaltungskosten für einen Vier-Personen-Arbeitnehmer-Haushalt mit mittlerem Einkommen um 5,9 Prozent höher, bei höherem Einkommen sind es 6,2 Prozent. Ein Zwei – Personen – Rentner-Haushalt muß mit einer Preissteigerungsrate von 5,2 Prozent zurechtkommen.

Da fragt man sich, woher das Hamburger HWWA-Institut den Optimismus nimmt und den deutschen Verbrauchern eine Abschwächung des Preisauftriebs noch in diesem Jahr verspricht. Das renommierte Institut hat in seinem vor kurzem veröffentlichten Konjunkturbericht prognostiziert, daß die Preissteigerungsrate für das gesamte Jahr 1980 bei 5,5 Prozent liegen wird. Als Gründe nennen die Wirtschaftsforscher die sich abkühlende Konjunktur und eine sinkende Nachfrage

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