DIE ZEIT

Ein Faustkampf der Systeme?

Krieg und Sport gehören zusammen", so tönte vor fünfzig Jahren Deutschlands Olympionike Carl Diem. "Der Krieg ist der vornehmste ursprüngliche Sport.

Zurechtgestutzt

In der Hitze des Wahlkampfes erliegen Unionsagitatoren nur zu gern der Versuchung, die Sozialdemokratie in die Nähe des Bolschewismus zu rücken.

Wenn der Kanzler reist

Sollen Vertreter der Opposition dabei sein, wenn Bundeskanzler Schmidt sich mit Erich Honecker trifft? Die Journalistenfrage an den CDU-Abgeordneten Richard von Weizsäcker ergab unlängst eine positive Antwort: „Ich fände es bemerkenswert, wenn der Kanzler einen derartigen Vorschlag machte.

Keinen von beiden?

In Detroit haben die Republikaner Ronald Reagan auf den Schild gehoben, in New York werden die Republikaner binnen kurzem Jimmy Carter zum zweitenmal für das Präsidentenamt benennen.

Sozialdemokraten: Wenn Wehner Briefe schreibt

In diesen Tagen erhalten die sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten wieder Post von Herbert Wehner. Mancher mag erwartet haben, darin auch ein Wort zu finden zu der Diskussion, die abermals über Person und Führungsqualitäten des Fraktionsvorsitzenden aufgeflammt ist, nachdem die Fraktion beim parlamentarischen Schlußgalopp die Ziellinie nur stolpernd erreicht hat.

Flüchtlings-Flut: Zwischen Mühlsteinen im gelobten Land

Das Zimmer ist winzig: Ein Schreibtisch, drei Stühle, ein Schrank. Auf dem Fensterbrett ein kümmerlicher Kaktus, an der einen Wand ein ausgeschnittenes Illustriertenphoto, das karge Felsen vor blauem Himmel zeigt.

Zeitspiegel

Vor zwei Jahren mußte Coca-Cola Indien verlassen, weil die Amerikaner sich weigerten, ihren Mehrheitsanteil auf- und die streng geheimgehaltene Herstellungsformel herauszugeben.

Wolfgang Ebert: Großwetterlage

Regierungssprecher: Die Regierung nimmt dieses Problem sehr ernst und ist bestrebt, die Leiden der von diesem Wetter betroffenen Bundesbürger durch eine Klima-, Verbesserung zu lindern.

"Wie Paulus vor Damaskus"

Anderson: Uns Amerikanern fehlt oft das Verständnis dafür, daß Amerika und Europa verschiedene Wege zur Entspannung eingeschlagen haben.

Wahlkampf in den Vereinigten Staaten: Ein Jeremias für das Weiße Haus

Hat John Anderson eine Chance gegen Jimmy Carter und Ronald Reagan? In Amerika gibt die jüngste Meinungsumfrage dem "Unabhängigen" 18 Prozent der Wählerstimmen, dem Rechtsaußen der Republikaner, Ronald Reagan, 41 Prozent und Jimmy Carter 27 Prozent; Tendenz: stark fallend.

Ein Abschied von Bonn

Nur noch drei Abgeordnete, die von Anfang an dem Deutschen Bundestag angehört haben, werden vermutlich im kommenden Parlament sitzen.

Norddeutscher Rundfunk: Ein Sender – drei Sieger

Was war das für ein seltsamer Krieg, der da um den NDR geführt wurde: erbitterte Schlachten, mit Friedensschlüssen, die immer nur wenige Tage hielten, ein zermürbender Stellungskampf, bei dem es um winzige Geländegewinne ging, das Urteil eines hohen Gerichts, das die kämpfenden Parteien auf den Ausgangspunkt zurückwarf – und nun am Ende lauter strahlende Sieger.

Ein Denkmalsturz in Raten

Seit Monatsanfang blickt er wieder über den Platz am Tor zum Himmlischen Frieden und auf sein eigenes Mausoleum. Für viele Wochen war das riesige Mao-Bild über dem Eingang zum alten Kaiserpalast in Peking verschwunden – angeblich wegen Renovierungsarbeiten.

Eine Division ist verschwunden

Schon wenige Tage vor den Moskauer Gesprächen des Bundeskanzlers gab es in Wien Anzeichen für eine neue östliche Initiative bei den Verhandlungen über einen Truppenabbau in Mitteleuropa (MBFR).

Berlin: Geologen verirrten sich in der Wüste

Wir sind hier, das ist wichtig“, sagt einer der Berliner Geologen, die nach 130 Tagen haftähnlicher Verwahrung in Libyen müde, aber gesund wieder in ihrer Heimatstadt eingetroffen sind.

BONNER BÜHNE: Erotik der Macht trotz Sack und Asche?

Nach Giscards Staatsbesuch beginnt in die Bonner Politik nun wirklich Sommerruhe einzuziehen. Wer wegen der französischen Visite oder parlamentarischer Nacharbeit noch festgehalten war, hat schleunigst seine Koffer gepackt.

Schöne grüne Welt

Gräfin Dönhoff: Die Alternativbewegung übt auf viele Menschen, vor allem aber auf junge, eine große Anziehungskraft aus. Zwischen 20 und 25 Prozent aller Jugendlichen zählen sich im weiteren Sinne zur „Alternativbewegung“.

Ruf doch mal an!

Sollte jemand bei der Oberfinanzdirektion Saarbrücken anrufen und trotz mehrer Versuche immer nur das Besetzt – Zeichen vernehmen, dann kann er annehmen, am anderen Ende einen besonders telephonbeflissenen, fleißigen Beamten erwischt zu haben.

„Provopoli“: Ein Spiel – todernst

Der Landtagsabgeordnete Herbert Kempfler aus Eggenfelden in Niederbayern war schockiert: Freunde hatten sich bei ihm beschwert, daß ihre Kinder durch das Anti-„Monopoly“-Spiel „Provopoli“ offen zu terroristischem Verhalten aufgerufen würden.

Industrieansiedlung: Nehmen, was kommt

In diesem Sommer feiert Altenbruch sein 700jähriges Bestehen. Doch Feststimmung kommt nicht auf. Die Stadt Cuxhaven, zu der das Dorf seit der Eingemeindung 1972 gehört, will den Altenbruchern ein riesiges Industriegebiet vor die Haustür setzen.

Fernseh-Zeit: Edy hat’s geschafft

Nun hat er es also endlich geschafft, der strebsame Edy Gruber, derzeit noch ZDF-Korrespondent in Washington. Zum Jahreswechsel siedelt er um nach Hamburg und übernimmt (als Gütt-Nachfolger) die Leitung von ARD-Aktuell.

"Rettet Lübeck": Tatort Altstadt

In Lübeck war das schon immer so: Wer Geld hat – und das sind fast ausnahmslos die Kaufleute – erwirbt irgendwann das Haus des weniger glückvollen Nachbarn, bricht die Verbindungswand durch, baut die hinteren Flügelhäuser um oder reißt sie ab, erneuert die Fassade im Stil der Zeit und läßt sich nach getaner Arbeit von Freunden und Nachbarn bewundern, von Konkurrenten beneiden.

Dann kracht es in der Koalition

ZEIT-Gespräch mit Wirtschaftsminister Lambsdorff über die Spannungen mit der SPD, Mitbestimmung, Protektionismus und Konzentration

Bonner Kulisse

Wenn private Unternehmen sich mit allerlei Tricks zieren, sich vom Kartellamt oder der Monopolkommission in die Karten schauen zu lassen, dann gehören die Sozialdemokraten meist zu denen, die das am heftigsten kritisieren.

Alle Jahre wieder

Nun stöhnen sie wieder, unsere lieben Nachbarn. Anfang Juli, wenn in Frankreich die Schulferien beginnen, geht keineswegs das große Aufatmen durchs Land.

Börsen-Report: Ungebrochener Optimismus

Die düsteren Konjunkturprognosen, wie sie insbesondere vom Kieler Institut für Weltwirtschaft verbreitet werden, halten die Börsianer nicht ab, auch weiterhin für deutsche Aktien optimistisch zu sein.

Österreich: Das Ende der Gemütlichkeit

Seit Anfang Juli spüren die Bankdirektoren in Österreich zum erstenmal so richtig, was freier Wettbewerb ist: Es gibt keine für alle Banken und Sparkassen verbindlichen Zinsvereinbarungen für Spareinlagen mehr.

Kursbarometer: Die Fonds nutzten ihre Chance

Während der Commerzbank-Aktienindex im ersten Halbjahr 1980 nur um 1,1 Prozent stieg, gehen die Wertsteigerungen aller in deutschen Aktien investierenden Fonds darüber deutlich hinaus.

Hilfe für die Dritte Welt: Wer gibt wieviel?

Mit 4567 Millionen Dollar für die Entwicklungshilfe leisteten die USA absolut gesehen im letzten Jahr den höchsten Beitrag. In Relation zu ihrer gesamten Wirtschaftsleistung stehen sie mit 0,19 Prozent ihres Bruttosozialproduktes allerdings ganz am Ende der Liste westlicher Entwicklungshelfer.

ZEITRAFFER

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sind die Lebenshaltungskosten in der Bundesrepublik auch im Juni insgesamt nicht mehr als sechs Prozent gestiegen.

MANAGER UND MÄRKTE

Als „dynamische Konsolidierung“ bezeichnet Horst-Dieter Esch die Entwicklung der IHB Holding AG, deren größter Aktionär und Vorstandsvorsitzender er ist.

Kein Menschenhandel

Fischer: Als Menschenhandel würde ich das auf gar keinen Fall bezeichnen. In unserer Firma sind etwa zehn Prozent der Beschäftigten Leiharbeiter.

Der Libero im Springer-Haus

Nach einer „nun schon langen Wegstrecke, die von der Gewalt gegen Sachen über die Gewalt gegen Menschen schließlich zur Gewalt gegen Menschenleben führte“, blickte er zurück auf das „Vorbeben der Gewalt“, das er damals, wie er heute meint, in einer Reportage verharmlost habe; und so wieder- und überholt er seinen Bericht.

„Neue Philosophie“: Ein Staat ohne Ideale

Handelt es sich um einen Essay, ein ekstatisches Bekenntnis, eine prophetische Botschaft, ein Pamphlet? Jedenfalls ist es in keiner Weise eine politische und soziale Untersuchung und nur nebenbei eine ideengeschichtliche Abhandlung.

Abwege ins Leben

Am 26. Juli, vor zwanzig Jahren, ist Liesl Karlstadt gestorben. Populär wurde sie als die „Partnerin“ des großen Komikers Karl Valentin.

In Hamburger Museen wird von 1981 an die Mitbestimmung eingeführt: Alle Macht den Bürokraten – und dann den Funktionären

Als am 11. Juli vom Hamburger Kultursenator Tarnowski verkündet wurde, daß die Mehrzahl der Mitarbeiter der Hamburger Museen sich in geheimer Abstimmung für die Einführung der Mitbestimmung in der Museumsarbeit entschieden hätten und diese somit ab nächstem Jahr in den sechs betreffenden Häusern praktiziert werde, da war die Pressestelle der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr sogleich mit einer gedruckten „Information“ zur Stelle: „Alle Museen werden entstaubt“, heißt es auf dem Blatt kurz und bündig, und allen, die diese Zukunftsperspektive gefördert haben, wird gedankt.

Zeitmosaik

Eigenwillige Widergabe eines klassischen Zitates durch den Wiener Klatschkolumnisten Adabei in der „Neuen Kronen Zeitung“. Im Original hieß Werner Schroeters Satz im ZEIT-Interview (wir zitieren ihn auf vielfachen Wunsch aus der Leserschaft noch einmal, ein letztes Mal): „Man müßte ihm ja nur ein kleines Bömbchen in Form einer Weißwurst zu essen geben“.

Klänge aus Kunst

Einer der seltsamsten, erregendsten Dreiklänge, die je in einem Museum zu erleben waren, bestimmt den zentralen Ausstellungsraum.

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