Das Sommer-Programm beginnt im Winter mit dem Feilschen um Termine, Gagen und Prozente. Denn die Künstler haben zwar ihren Preis – aber beileibe keinen festen. Natürlich versuchen Agenturen, zum Beispiel für Heinz Schenk, zunächst stattliche Abendgagen auszuhandeln. Aber nicht alle Veranstaltungs-Macher lassen sich darauf ein. Sie heucheln Desinteresse. Das Ergebnis ihrer Verhandlungs-Taktik: Der Plauderer kommt trotzdem – aber auf eigenes Risiko. Das heißt, achtzig Prozent der Abendeinnahmen bekommt in der Regel der Künstler, zwanzig Prozent der Veranstalter. Das Ferienzentrum Weissenhäuser Strand zum Beispiel hat keinen Veranstaltungs-Etat. „Das geht bei uns plus minus null auf“, sagt Marketingleiter Bernd Bartel. Diese harte Haltung – den Agenten gegenüber – heißt zwar Verzicht auf das „Ohnsorg-Theater“ (Abendgage 12 000 Mark) oder Sänger wie Roberto Blanco (bis 9000 Mark); Spektakel wie etwa die „Super Live Show 80“ beziehen manchenorts feste Gage, andernorts nur Prozente. Nicht die Badeorte nämlich müssen um Unterhaltungskünstler buhlen, es sind die Agenturen, die sich um Termine reißen. Denn einen Abend ohne Auftritt kann sich ein Kurort eher leisten als eine Truppe.