Zuflucht bei Gott mußten im Mittelalter häufig die bedrängten Bürger und Bauern suchen. Jedoch nicht im Gebet allein. Die Gotteshäuser in Form von Wehrkirchen und Kirchenburgen boten oft auch Schutz vor Kriegshorden und Räubergesindel. Berühmt sind vor allem Siebenbürgens Kirchenburgen. In Deutschland sind solche frommen Wehranlagen rar. Eine der größten und mächtigsten schützt, wohlerhalten, heute noch den Erholungsort Ostheim vor der Rhön. Um das Jahr 1400 wurde das wehrhafte Gotteshaus aus Buckelquadern erbaut. Ein doppelter Mauerring, fünf Wehrtürme und sechs Bastionen sicherten die fromme Feste, die auch Belagerungen trotzen konnte; in 72 sogenannten Gaden, überdeckten Speichern oder Kellerräumen, war Platz für Vieh und Notvorrat. Mittelpunkt der Anlage ist auch heute noch die Kirche St. Michael. Genutzt wird die feste Burg heute friedlicher, nämlich touristisch. Sie zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der unterfränkischen 4000-Einwohner-Gemeinde. Während der Sommerzeit erklingt inmitten der Wehranlagen Orgelspiel.