Niedersachsens Wirtschaftsministerin Birgit Breuel fand erst vor wenigen Tagen wieder: „Die Post, das ist ein Ärgernis in der Marktwirtschaft.“ Das Ärgernis, gegen das in jüngster Zeit immer häufiger und massiver Front gemacht wird: die einzigartige Monopolstellung der Deutschen Bundespost auf dem Fernmeldesektor. Doch wenn nicht alles täuscht, dann sind die Tage dieses Monopols gezählt.

Gefahr für die Ausnahmestellung der Post droht von der Monopolkommission – einer Instanz, deren Urteil mehr Gewicht hat als das einer Ministerin. Die per Gesetz beauftragte Kommission wird vermutlich noch vor dem Jahresende Antwort auf die Kardinalfrage geben, ob die Praktiken der Bundespost im Fernmeldebereich noch im Einklang mit den Regeln des Wettbewerbs stehen.

Was die fünf Kommissionsmitglieder, von kommerziellen Eigeninteressen ebenso unabhängig wie von staatlichem Machtanspruch, empfehlen werden, wollen Eingeweihte bereits heute wissen: Die Fernmelde-Allmacht der Deutschen Bundespost soll zumindest teilweise gebrochen werden.

Soviel ist sicher: Wenn sich die fünf Weisen den Erkenntnissen jener Gutachter anschließen, die sie selbst als Berater angeheuert haben, kann ihr Urteil nur gegen die Post ausfallen. Die Gutachter nämlich haben bereits deutlich gegen die Monopolpraktiken der Bundespost Stellung bezogen.

Die Gutachter sind: Günter Knieps, Jürgen Müller und Carl Christian von Weizsäcker, alle drei Wirtschaftswissenschaftler aus dem Institut für Wirtschaftspolitik an der Bonner Universität, Sie haben gemeinsam die Rolle des Wettbewerbs im Fernmeldebereich untersucht. Der vierte. Gutachter, Ernst Eggers, Leiter des Instituts für Kommunikationstechnologie und Systemforschung, legte mit seiner Arbeit das Nachfrageverhalten der Post bloß.

Beide Gutachten werden zwar noch vertraulich unter Verschluß gehalten, gleichwohl ist ihr wesentlicher Inhalt durchaus zugänglich: in internen Fachgesprächen, Expertentagungen und Symposien haben die Fernmeldeexperten längst bekundet, zu welchen Resultaten sie gekommen sind.