Nun auch Abschied vom Achtprozenter

Seit Ende März sind die Renditen für Anleihen und Pfandbriefe mit zehnjährigen Laufzeiten von zehn auf unter acht Prozent gesunken. Ohne ihre Restriktionspolitik grundsätzlich zu lockern, übt die Bundesbank jetzt auch Druck auf die Zinsen für kürzerfristige Anlagen aus. Höchste Zeit also für den Erwerb festverzinslicher Papiere.

In der kommenden Woche wird über die Konditionen einer neuen Postanleihe entschieden. Nach Lage der Dinge kann sie nur noch mit einem Nominalzinssatz von 7 3/4 Prozent ausgestattet werden. Das bedeutet, den Abschied vom Achtprozenter – jedenfalls im Bereich der öffentlichen Anleihen.

Die Kreditinstitute sind nicht unbedingt begeistert über einen „gebrochenen unbedingt Sie meinen, daß er vom Publikum nur ungern akzeptiert wird. Das stimmt aber nur dann, wenn der Zinstrend aufwärts geht. Sinkt er, ist der Absatz jeder Anleihe kein Problem.

Für den Sparer stellt sich lediglich die Frage, ob es aus heutiger Sicht richtig ist, überhaupt Papiere mit zehnjährigen Laufzeiten zu kaufen und sich langfristig mit einer Rendite zufrieden zu geben, die zwischen 7 3/4 und acht Prozent liegen wird. Nach den bisherigen Erfahrungen kann diese Verzinsung gerade noch als „angemessen“ bezeichnet werden.

Auf den Vorwurf, der Bundesfinanzminister halte die Zinsen für die Papiere des Bundes zu lange unangemessen hoch, hat Bonn rasch geantwortet. In dieser Woche wurden die Konditionen für Bundesschatzbriefe, Bundesobligationen und Finanzierungsschätze zum Teil deutlich verschlechtert. Es ist anzunehmen, daß die Kreditinstitute mit den Konditionen ihrer hauseigenen Papiere rasch folgen werden. Wer also Geld flüssig verfügbar hat, darf keinen Tag mehr mit der Anlage zögern.

Weniger Zinsen bringen natürlich auch die bislang so beliebten Bundesobligationen. Ihr Nominalzins ist von acht auf 7,5 Prozent gesenkt worden. Bei einem Ausgabekurs von 99 Prozent bringen sie eine Rendite von 7,75 Prozent, vorher waren es immerhin 7,90 Prozent. Wegen ihrer fünfjährigen Laufzeit ist bei ihnen auf alle Fälle das Kursrisiko geringer als bei den Papieren mit zehnjähriger Laufzeit.