Von Fritz J. Raddatz

Fritz J. Raddatz: Sie kennen das schöne Wort von Gottfried Benn, das er allerdings auf Kriminal-Literatur geprägt hat: „Radiergummi fürs Gehirn“. Sind Sie. ein Radiergummi fürs Gehirn?

Ephraim Kishon: Ich glaube, ich bin eher ein spiee, wie es englisch heißt.

Ein Gewürz.

Kishon: Ja, ich bin ein Gewürz; man kann natürlich sagen, Gewürz ist, etwas Wunderbares, aber nur Gewürz ist von Übel.

Nur Knoblauch ist ungenießbar. Was wollen Sie denn würzen?

Kishon: Ich will mich nicht zu jemandem stilisieren, dessen Sinn danach stünde, die Weltprobleme zu lösen oder die Gesellschaft zu beglücken. Ich will Erfolg haben. Ich will eine große Auflage, ich will anerkannt sein, gute Kritiken bekommen. Ich will alles, was jeder Schriftsteller will.