Seit Ayatollah Chomeini in Iran am Ölhahn sitzt, haben sich die deutschen Öleinkäufer verstärkt um andere Einkaufsquellen, bemüht. Iranisches Öl gehört zu den teuersten und sprudelt überdies spärlicher als noch vor zwei Jahren. An die Stelle Irans als wichtigster Öllieferant der Bundesrepublik ist im ersten Halbjahr 1980 Saudi-Arabien getreten. An die zweite Stelle ist das Nordseeöl gerückt, das zwar zu den teuersten ölsorten gehört, aber wegen seiner ausgezeichneten Qualität von deutschen Raffinerien sehr geschätzt wird. Davon profitieren besonders die Briten, denen der größte Teil des Nordseeöls gehört. Dieses britische Öl hat vor allem das Opec-Öl zurückgedrängt. Zwar kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres immer noch rund 75 Prozent der Ölimporte aus Opec-Staaten, doch waren es vor zwei Jahren noch mehr: nämlich über achtzig Prozent.