Plakat zur Ausstellung „Politische Karikaturen von Marie Marcks“ im Bonner Kunstverein (an den Litfaßsäulen der Stadt Bonn):

Ich sehe den 18jährigen vor dem Plakat, den Einberufungsbefehl in der Tasche. Da wird ihm gesagt: Deine Waffen dienen nicht der Verteidigung des Landes, sie morden unsere Mütter und Kinder. Die große Zeichnerin – sie hat selbst Kinder und Enkelkinder folternder Gedanke an einen Krieg. Nur: Sie legt ihn nicht denen zur Last, die (unsere Entspannungssehnsucht ausnützend) ihre Bürger darben lassen, um eine furchterregende Militärmaschine, die stärkste der Welt, zu schaffen. Sie legt ihn uns zur Last, dem 18jährigen, mir und gewiß – stellvertretend für alle Bösen – Franz Josef Strauß. Damit steht sie für die deutsche Intelligentia. In Bremen hatten linke Sozialdemokraten zusammen mit Kommunisten und Chaoten beweisen wollen und bewiesen: Diese Bundeswehr soll sich ja nicht mehr öffentlich zeigen. Verteidigungsminister Apel, Chef der staatlichen Gewalt, mußte zu seinen Soldaten durch die Hintertür; im Hubschrauber, weil die feindlichen Massen ihm den direkten Zugang verweigerten. – Soll der 18jährige für eine Gesellschaft kämpfen, die ihn haßt, ihn als Mörder zeichnet? Wo findet dieser Staat noch seine Soldaten? G.B.