Von Dieter Biallas

Es ist nicht immer ein Zeichen von Bescheidenheit, wenn man anderen mehr zutraut als man selbst leistet. Die Sachwalter der Entwicklungshilfe in Deutschland, ob staatlich oder privat, tun dies, und es spricht wenig dafür, daß Bescheidenheit sie leitet. Sie bürden ihren Gegenübern in den Entwicklungsländern, die die sachgerechte Auswahl von Hilfsangeboten verantworten sollen, eine Last auf, der sie sich allzu leicht entledigen: Im Namen der Pluralität wird Gegenläufiges und Widersprüchliches, Doppeltes und Lückenhaftes, Monumentales und Triviales in ungeordnetem Nebeneinander dargeboten, wird den Entwicklungsländern das Abbild einer hochorganisierten, funktions- und arbeitsteiligen Gesellschaft geliefert mit der Aufforderung, Partner zur Zusammenarbeit auszuwählen.

Eine Vielzahl ungeordneter, unstrukturierte Informationen aber stiftet Verwirrung, die Fülle von Organisationen und Programmen, die sich den Entwicklungsländern anbietet, erzeugt Hilflosigkeit. Am Ende entscheidet nicht der politische Wille dieser Länder, sondern eine Resultante, die sich als Summe der vielen auf das Land einwirkenden Kräfte ergibt.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff deutsche Entwicklungshilfe? Es gibt zunächst mal unterschiedliche Trägerschaften: die privatwirtschaftliche und die staatlich bezuschußte Entwicklungshilfe; letztere ist staatlich oder nichtstaatlich, also meist in gemeinnützig organisierter Zusammenarbeit verantwortet.

Dieser Dreifaltigkeit gesellt sich eine weitere hinzu: Es gibt

  • Kapitalhilfe,
  • technische Hilfe und
  • personelle Hilfe.