Arme Erde

Die Menschheit geht einer düsteren Zukunft entgegen. Zu diesem – wahrhaftig nicht neuen – Ergebnis kommt nach dreijähriger Arbeit der amerikanische Rat für Umweltschutz. Erschreckend allerdings sind die Zahlen, die er präsentiert. Schon in zwanzig Jahren werden 6,35 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die Zahl der Hungernden wird, von gegenwärtig 600 Millionen, auf fast drei Milliarden steigen. Noch vor Ende des nächsten Jahrhunderts werden 30 Milliarden auf der Erde leben, 90 Prozent in tiefster Armut. Und diese Menschen werden in einer vom Menschen zerstörten Umwelt vegetieren, mit verseuchten Gewässern, kahlgerodeten Bergen, zerstörter Fauna und Flora, wachsenden Wüsten, wenn wir uns weiter so wenig um die Zukunft scheren wie bisher.

Zwist um Zweitstimmen

Die SPD versucht, die Werbung der FDP um Zweitstimmen zu stoppen. Bundesgeschäftsführer Bahr machte darauf aufmerksam, daß die Zweitstimme, entgegen der Bezeichnung, die wichtigere sei und nicht verschenkt werden dürfe, auch nicht an die FDP. Hier werde auf die Uninformiertheit der Wähler spekuliert. FDP-Fraktionschef Mischnick hielt dagegen, Stimmensplitting werde durch das Wahlgesetz ermöglicht, und der Wähler habe mit guten Gründen von diesem Recht Gebrauch gemacht. Der Brauch würde die SPD vermutlich kaum stören, wenn er nur zu Lasten der Union ginge.

Gemeinsam, in Grenzen

„Buden“ für Studenten sind schon Mangelware – und werden in den nächsten Jahren noch knapper. Der Trend zu den Single-Wohnungen (amtlich: Ein-Person-Haushalte) verstärkt sich nämlich. Vor zehn Jahren waren es 5,5 Millionen, 1990 werden es gut 8,5 Millionen sein. Die Wohngemeinschaft – so hat eine Heidelberger Studie ergeben – bringt keine Entlastung. Der Durchschnitts-Student akzeptiert sie nur als Notlösung; zwar will er, der statistische studiosus, mit mehreren wohl zusammenleben, aber einen eigenen, unkontrollierten Eingang und ein separates Bad haben.

Eine aktuelle Debatte

Eine grausige Entdeckung machte kürzlich der zur Labour Party gehörende Lord Janner. In seinem Büro fand der britische Parlamentarier die Leiche eines Landstreichers. „Offensichtlich hatte der Mann keine andere Bleibe“, berichtete er im Oberhaus, „dies ist wirklich ein sehr ernstes Problem.“ Die Leiche war gefunden worden, nachdem sich die Büroangestellten über sonderbare Gerüche beschwert hatten. Sie war eine Woche alt. Das Oberhaus beriet in der Sitzung über die Unterbringung der etwa 1500 obdachlosen Penner der britischen Hauptstadt. Umweltstaatssekretär Lord Bellwin versicherte seinen Kollegen daraufhin, die Stadt London habe sich des Problems zusammen mit Kirchen und Wohnungsbaugesellschaften angenommen.