DIE ZEIT

Die Krise des Kommunismus

Wenn die Frauen von der Arbeit kommen, müssen sie zwei Stunden anstehen, und oft gehen sie dann doch ohne Fleisch heim in eine Wohnung, wo die Familie – je nach Größe – auf ein oder zwei Zimmer zusammengedrängt lebt.

Notstand in Nahost

Natürlich ist noch längst nicht alles verloren. Zwar hat der saudische Kronprinz Fahd die Warnung eines "Heiligen Krieges" an die Wand gemalt, zwar droht Israel eine weitere Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat, zwar hat der ägyptische Präsident Sadat die Autonomiegespräche erneut abgebrochen.

Viel Lärm um nichts?

Kein Streik, keine Sondersitzung des Parlaments – im Konflikt um die Montanmitbestimmung bei Mannesmann zeigen sich SPD und IG Metall nach einem Spitzengespräch ganz auf Moll, Behutsamkeit und Kompromiß gestimmt.

Zeitspiegel

Überall in der Welt nimmt die Zahl der Todesurteile, vor allem die gegen politische Gegner, zu. Und die Tendenz ist steigend.

Worte der Woche

"Wer hätte vor 20 oder 40 Jahren gedacht, daß die Zukunft von Demokratie und Vernunft in Europa einmal von der ungebrochenen Stärke und Lebendigkeit eines einzigen der wichtigen Partner, nämlich Deutschlands, abhängen und daß Großbritannien vom politischen Vorbild zum Gegenstand allgemeiner Verwirrung werden könnte.

SPD-Fraktion: Der Mann ohne Eitelkeiten

Jetzt komme ein "protestantischer Bekenner", hat Willfried Penner einmal laut geseufzt und zu seinem Bremer Parteifreund Henning Scherf (SPD) hinübergeblickt.

"Dissidenten" im Apparat

Kurz vor Ausbruch der ersten Streiks Anfang Juli erhielt das Zentralkomitee der "Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei" eine vertrauliche Studie, welche die ZEIT in diesem Dossier auszugsweise veröffentlicht ("Ohne Druck von unten keine Reform von oben", Seiten 3–6).

Parteichef Gierek: Streiks ändern nichts

Wir verstehen die Ermüdung und die Ungeduld der Arbeiterschaft über die Schwierigkeiten des täglichen Lebens, über die Versorgungslücken, über die Schlangen vor den Läden, über das Ansteigen der Lebenshaltungskosten, den gestörten Rhythmus der Material- und Rohstofflieferungen, den Mangel an Fortschritt in der Organisation und im gesellschaftlichen Leben.

Papst, Primas und Polen

An die Tore der Lenin-Werft hatten die streikenden Arbeiter gleich zweifach, auf der Innen- und Außenseite, sein Porträt geheftet – Johannes Paul II.

Menschen als Fraß für die Geier

In Karamoja gibt es keine Babys mehr. Auch keine Kleinkinder, keine Großmütter, keine Großväter. Wer schwach war, ist tot in Karamoja: die Jungen, die Alten, viele Frauen.

Bolivien: Putsch der Dealer

Die Vereinigten Staaten haben ihre Zusammenarbeit mit Bolivien bei der Bekämpfung des Rauschgifthandels eingestellt. Wie das Außenministerium gegenüber einer Zeitung in Miami erklärte, "prüfe" man zur Zeit Berichte, daß mehrere – wenigstens drei – Offiziers-Minister in den Handel verwickelt seien.

Österreich: Skandale am laufenden Band

Enthüllungen haben die politische Sommerruhe in Österreich unterbrochen. Wegen skandalöser Vorgänge um den Bau des Wiener Allgemeinen Krankenhauses tritt das österreichische Parlament zu einer Sondersitzung zusammen.

Perspektiven, keine Projekte

Je näher das Treffen zwischen Helmut Schmidt und Erich Honecker rückt, desto nachdrücklicher charakterisiert Bonn den Besuch als "Wert an sich".

Der Meinungspapst im Elysee

Wenn der Präsident der Französischen Republik zu einer Pressekonferenz in den Elysee-Palast bittet, dann wird schon tagelang vor dem Ereignis darüber spekuliert, welche Überraschungen der Hausherr wohl diesmal preiszugeben gedenkt.

Kirche: Per Motorrad zu Jesus

Eigentlich hatte sich Bernd-Jürgen Hamann an die Martin-Luther-Gedächtnis-Kirche in Berlin-Mariendorf beworben, weil er sich auch mal mit Hölderlin-Elegien befassen wollte.

Den Bogen nicht überspannen

Ob die Vereinten Nationen das geeignete Forum sind, auf dem eine wirksame Kur gegen das Elend der Dritten Welt für das kommende Jahrzehnt beraten werden kann, darf mit Recht bezweifelt werden.

Deutsche mit Handicaps

Otto Graf Lambsdorffs Besuch in China machte deutlich, daß Sensationsmeldungen die Wirklichkeit nicht treffen

Bonner Kulisse

Forschungsminister Volker Hauff muß arg knausern und ist derzeit nicht einmal in der Lage, die eingegangenen finanziellen Verpflichtungen seines Hauses zu erfüllen.

Italien: Zwei gegen Rom

Die Agnelli-Brüder ringen mit Gewerkschaften und Regierung um die Sanierung von Fiat

Frankreich: Die Angst vor dem Ausverkauf

Die Franzosen sind es gewöhnt, daß ihnen ihre europäischen Partner vorwerfen, sie nähmen es mit den Spielregeln des Gemeinsamen Marktes nicht so genau.

Börsen-Report: Euphorie verflogen

Auf dem deutschen Kapitalmarkt ist der Rückgang der Zinsen zum Stillstand gekommen. Die Euphorie, die einige Zeit die Aktienkurse beflügelt hatte, hat sich verflüchtigt.

ZEIT spart Geld

Wer demnächst zum Grundwehrdienst einberufen oder einen entsprechenden Ersatzdienst ableisten wird, sollte unbedingt vorher einen prämienbegünstigten Sparvertrag abschließen.

MANAGER UND MÄRKTE

Als im Frühjahr dieses Jahres Herbert Singer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Albingia AG in Hamburg, bekannt gab, die 15prozentige Beteiligung an der Bremer Dampfschifffahrtsgesellschaft "Hansa" voll abgeschrieben zu haben, hatte er die Lage richtig eingeschätzt.

ZEITRAFFER

Eine Forderung wird erfüllt: Die westliche Welt verbraucht zur Zeit rund fünf Prozent weniger Öl als noch vor einem Jahr. Das ist genau die Quote, die die Internationale Energie Agentur in Paris Anfang 1979 eingespart sehen wollte.

Nicht alle Wage führen nach Rom

Die Heimat mag noch so schön sein, im Urlaub zieht es viele Bundesbürger fort über die Grenzen. Und das heißt wohl zumeist: in die Sonne.

Aus Rücksicht auf das Unternehmen

Heising: Ich habe im April dieses Jahres in einer geschlossenen Veranstaltung des Verbandes der Führungskräfte der Bezirksgruppe Westfalen, deren Vorsitzender ich bin, unter anderem zum Thema der Abgrenzung der leitenden Angestellten Stellung genommen und scharfe Kritik an der Verhaltensweise der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie in dieser Frage geäußert.

Die Achtundvierziger: Protokolle der Paulskirche

In der Eröffnungssitzung der deutschen Nationalversammlung am 18. Mai 1848 warnte der Alterspräsident Lang die Abgeordneten, sie möchten sich nicht "überstürzen in – Ideen; die einer Zeit angehören, die noch nicht da ist".

Medizin-Roulette

Wir alle sind eines Tages Patienten. Wir wollen keine Ärzte, die es durch Lotterie-Los wurden.

Zeitmosaik

Kenneth Tynan war der beste Theaterkritiker seit dem Krieg. Er haßte nichts so sehr wie das Prätentiöse und Bedeutende. Seine Kritiken waren arrogant, nie belehrend.

Kunstkalender

Anfang der sechziger Jahre wurden bei der Restaurierung der Torhalle des Klosters Frauenchiemsee im Chorraum der Kapelle des Obergeschosses Fresken freigelegt die im 13.

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