Wirtschaft

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DIE ZEIT

Ein großer Sieg – und was nun?

Es gibt ein russisches Sprichwort: "Wenn die Fahnen flattern, ist der Verstand in der Trompete." Die weiß-roten Fahnen Polens flatterten mit Recht, denn die siebzehn Streiktage an der polnischen Ostseeküste haben das Land von Grund auf verändert.

Versuchung der Schiedsrichter

Die Biedermannsmiene, mit der die Geschäftsführer der Parteien zu den Terminen der Wahlkampfschiedsstelle aufmarschieren, hätte warnen sollen.

Honeckers neue Horizonte

Messen in Leipzig sind immer auch politische Ereignisse. Die Partei- und Staatsführung der DDR nimmt beim traditionellen Eröffnungsrundgang die Gelegenheit wahr, ihre Ansichten zu internationalen Fragen zu erläutern.

Ersatz für Politik

Soll das Schlagwort von der "Volksfront" zum Knüller der letzten dreißig Tage eines blutleeren Wahlkampfes werden – weil sich anders kein Dampf mehr machen läßt? Oder weil der Kanzlerkandidat und andere Unionsführer auch glauben, die Anti-Strauß-Kampagne könnten sie wirkungsvoller nicht konterkarieren als mit dem Volksfront-Slogan? Da fließen wohl beide Erwartungen zusammen.

Bucerius stellt klar

Der Eigentümer der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit", Gerd Bucerius, will das Blatt finanziell absichern. Der 74jährige Verleger plant deshalb, die wirtschaftliche Führung auf die Gütersloher Bertelsmann AG zu Überträgen.

Für Fanfaren ist es noch zu früh

Ende letzter Woche wurde zwischen der Regierung und den zwischenbetrieblichen Streikkomitees in Danzig und Stettin Einvernehmen erreicht über die Berufung selbständiger und unabhängiger Gewerkschaften.

Warum ist das Fleisch so knapp?

Fleischpreise und Fleischknappheit waren in Polen immer wieder der Anlaß von Arbeiteraufständen. Doch vor Jahren schon hat einmal eine polnische Zeitung ihren Lesern erklärt, es gäbe nicht zu wenig Fleisch, es werde vielmehr zu viel Fleisch gegessen.

Wahlkampf der Union: Pfeifen im Wald

Mannheim, Ende August Tosende Zustimmung brach aus, rhythmisches Füßetrampeln dröhnte durch den Saal, als Franz Josef Strauß emphatisch ausrief, anders als bei Helmut Schmidt und der SPD stehe die Union nicht schizophren und demoralisiert, sondern als geschlossene Truppe hinter ihm.

Spanien: Terror ohne Ende

Der neunzehnjährige Chauffeur des Ermordeten und ein junger Soldat, der als Begleitschutz abkommandiert war, liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus Während die spanische Polizei noch rätselt, ob es sich bei diesem Attentat um einen Racheakt der "antifaschistischen" Terrororganisation Grapohandelt, kommen neue, beunruhigende Meldungen aus dem Baskenland.

"Wir tun, was wir können"

Art diesem Samstag hat der Kanzlerkandidat Geburtstag, den 65. Da gibt es viel Anlaß zu Ehrungen und Empfängen, möglichst über den ganzen Schlußwahlkampf hinweg.

El Salvador: Kein Ausweg

Eine politische Lösung scheint nicht in Sicht; mehrere tausend Salvadorianer sind über die Grenze geflohen, und seit einigen Wochen beteiligen sich Söldnergruppen aus den benachbarten Militärregionen an den Kämpfen.

"Gesiegt haben Vernunft und Besonnenheit"

Wir freuen uns, daß unsere Gespräche, die am Anfang schwierig waren, später im Geiste einer immer besseren Verständigung und des Suchens nach dem besten Ausweg aus dieser schwierigen Situation im Lande verliefen.

China: Weniger Staat, mehr Profit

Wie jedes Jahr, tagte der Nationale Volkskongreß des kommunistischen Chinas, um Entscheidungen abzusegnen, die zuvor von der Partei beschlossen wurden.

USA: Andersons Programm

317 Seiten umfaßt das Kompendium der Politik, das der unabhängige Präsidentschaftskandidat John Anderson und sein Vize-Kandidat, der ehemalige Gouverneur von Wisconsin, Patrick J.

Staat auf Distanz

Die Argumente, die gegen diese Feststellung ins Feld geführt werden können, liegen scheinbar auf der Hand. Die Wahlbeteiligung bewegt sich in der Bundesrepublik konstant auf einer Höhe, die in westlichen Demokratien nur selten erreicht wird – bei etwa 90 Prozent für Bundestagswahlen.

Bundestagswahlkampf: Ein Strauß mit den Pastoren

Das "Stoppt Strauß"-Plakat war nichts Neues für die Passanten in der Hamburger Innenstadt. Neu war nur, daß diesmal keine Jungsozialisten, sondern junge Pastoren mit dieser Wahlkampfparole auf die Straße gingen und vor der Hamburger Hauptkirche St.

Rechtsextremisten: Das zweite Todesopfer

Nun ist auch Do Anh Lan tot. Neun Tage nach dem Bombenanschlag auf das Ausländerwohnheim in Hamburg-Billbrook starb der 18jährige Vietnamese an seinen schweren Verbrennungen.

Ein Dialog mit den Aussteigern

Am vergangenen Donnerstag fand im Kölner Kolping-Haus eine bemerkenswerte Diskussion statt: Etablierte und Ausgestiegene wagten den Versuch eines Dialogs.

Die Zeitbombe tickt

Bundesarbeitsminister Herbert Ehrenberg könnte gelingen, woran die Opposition bisher scheiterte: die Arbeitslosigkeit zum Wahlkampfthema zu machen.

Das Auto am Pranger

Horst Backsmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), grollt: Da hat Innenminister Gerhart Baum es doch tatsächlich gewagt, das Auto als "Umweltfeind Nummer eins" an den Pranger zu stellen.

Phoenix in der Asche

Die Politik der konservativen Regierung Thatcher ist in einer kritischen Phase. Sie fordert den Briten Anpassung in einem Tempo ab, daß das soziale Gefüge des Landes möglicherweise einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt wird.

Bonner Kulisse

Das Bundeskabinett wird um eine Konjunkturdebatte noch vor der Bundestagswahl am 5. Oktober nicht mehr herumkommen – nicht so sehr wegen der etwas langsamer gewordenen wirtschaftlichen Entwicklung, als: vielmehr wegen der Frage, ob denn bald mal wieder ein neues Konjunkturprogramm auf Kiel gelegt werden sollte.

Dollar: Quittung

Carter hat das Programm, das er erst nach seiner Wiederwahl dem Kongreß vorlegen will, nicht ungeschickt verkauft. Anders als die Steuersenkungspläne des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ronald Reagan soll es die Erholung ohne Inflation bringen.

Außenhandel: Tiefpunkt

Nicht einmal darauf, daß Wirtschaftsprognosen immer falsch sind, ist mehr Verlaß. Die Leistungsbilanz der Bundesrepublik wies zur Jahresmitte ein Defizit von 12,3 Milliarden Mark auf – exakt wie von den Experten einhellig vorhergesagt.

Konjunktur: Neue Spritze?

Ist es nur Wahlkampf – oder hat er es ernst gemeint? Diese Frage wird man sich bis zum 5. Oktober immer wieder stellen müssen, wenn sich Politiker zu Wort melden.

Italien: Der kriminelle Multi

Wir haben ein Gesetz erlassen, das in den Grundschulen und Mittelschulen der Insel eine Wochenstunde Unterricht über die Mafia einführt", erklärte der neue Präsident der Region Sizilien, Giovanni d’Aguisto.

Tante Emmas Erben

Mit dem August in Paris ist das so eine Sache. Die einen behaupten, er sei die schönste Zeit des Jahres: weniger Pariser, weniger Autos, weniger Lärm.

Kreditwirtschaft: Wann wird Gscheidle Bankier?

Ein Girokonto mit fünfzehn Buchungen im Monat und zugesandten Tagesauszügen kostet bei der Bundespost im Jahr 32,60 Mark, bei der Deutschen Bank – um ein Beispiel aus dem Großbankenbereich zu nennen – 172,44 Mark.

Gewerkschaften: Sehnsucht nach dem Konflikt

Es wird eine "grausame Schlacht" werden, befürchtete Karl Hauenschild bereits im Frühjahr dieses Jahres. Nun sieht es ganz so aus, als werde sich die Prophezeiung des Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik bewahrheiten, wenn in der nächsten Woche die Bataillone zum Gewerkschaftstag im Mozartsaal des Mannheimer Kongreßzentrums Rosengarten aufmarschieren.

Börsen-Report: Schwieriges Umfeld

Auf dem Aktienmarkt hat sich das Klima verschlechtert. Dazu tragen die steigenden Zinsen ebenso bei wie die immer uneinheitlicher werdenden Konjunkturprognosen.

Frei von Frust und Fesseln

Gerade vier Jahre ist Premierminister Raymond Barre jetzt im Amt – und seine Erfolgsbilanz ist nicht gerade berauschend: Die Inflationsrate hat 13 Prozent überschritten, der Außenhandel steuert ein 50-Milliarden-Defizit an, und immer noch sind 1,5 Millionen Franzosen arbeitslos.

ZEIT spart Geld

In dem Prospekt über die Börsenzulassen der aus der Kapitalerhöhung vom Beginn dieses Jahres hervorgegangenen jungen AEG-Telefunken-Aktien warnt das Bankenkonsortium ausdrücklich die privaten Aktionäre davor, die ihnen angebotenen jungen Aktien zum Kurs von 150 Mark je Stück zu übernehmen, weil AEG-Telefunken-Aktien an der Börse zum Preis von 8 Mark erhältlich sind.

ZEITRAFFER

Als "Jahrzehnt des Zweirades" betrachtet die deutsche Zweiradindustrie die achtziger Jahre. Allein in diesem Jahr sollen 4,3 Millionen Fahrräder im In- und Ausland abgesetzt werden.

Nichts ist tabu

Matthöfer: Nein, daran denkt niemand. Mir geht es um etwas anderes. Wenn man schon mit der Steuergesetzgebung außerfiskalische Zwecke verfolgt, also etwa die Förderung des Wohnungseigentums breiter Schichten unseres Volkes, oder, einfacher, die Lenkung von Investitionskapital in den Wohnungsbau, dann muß man aufpassen, daß nicht durch trickreiche Konstruktionen diese beiden Ziele gar nicht mehr angestrebt werden, sondern die Steuerersparnis das wesentliche Ziel eines bestimmten Verhaltens ist.

MANAGER UND MÄRKTE

Bei der Intersport EG, Heilbronn, nach eigener Einschätzung "weltgrößter Einkaufsverband für Sport- und Freizeitartikel", rumort es: Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat die Brocken hingeworfen – Intersport-Chef und -Gründer Hans-Martin Andree und sein ehrenamtlicher Kollege Kurt Thomä wollen gehen.

Der grüne Wahnsinn

"Auf eine Milliarde mehr oder weniger kommt es doch gar nicht an." Dieses Zitat eines EG-Kommissars stellt der Agrarwissenschaftler Professor Ernst Zurek an den Anfang einer Untersuchung der europäischen Landwirtschaftspolitik, die jetzt unter dem bezeichnenden Titel "Die vorprogrammierte Misere" in Bonn erschien.

Betriebsunfälle: Schnaps am Arbeitsplatz

Manfred Becht (Namen von der Redaktion geändert), gelernter Dreher, arbeitete in einer Schlosserei. Er hat "normal, ganz normal, nie besonders viel" getrunken.

Das Mysteriöse liegt auf der Hand

Der Surrealismus, so Kindlers Malereilexikon, "hat zum erstenmal verbal formuliert, was als Element in der Kunst der Volker immer wieder auftaucht und die Form bestimmt, nämlich das Inbild eines Übersinnlichen, Wunderbaren, jeder Kausalität und Logik Hohnspottenden".

Vierzehn Stunden durch Wagners Herz und Hirn

Am 1. August 1979 sah ich gegen drei Uhr nachmittags in Bayreuth einen Herrn in den besten Jahren und im Smoking durch den Alltagsbetrieb der Stadt geduldig in Richtung Festspielhaus flanieren, ein Sitzkissen unter dem Arm, das Opernglaskästchen in der Linken.

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