Wolf gang Schwiedrzik: "Gespräche mit Schriftstellern"

Von Volker Klöpsch

Als diese Zeitung das Wagnis unternahm, eine "Bibliothek der hundert Bücher" zusammenzustellen, fand kein Werk der chinesischen Literatur Gnade vor den gestrengen Geschmacksrichtern. China bleibt für uns ein weißer Fleck auf der kulturellen Landkarte, welcher der Entdeckung durch Abenteuer harrt.

Entdeckerfreude entspringt der Neugier und der Ungeduld, über bekannte und mit der Zeit als eintönig empfundene Horizonte hinauszublicken. Bei der Erschließung einer neuen literarischen Welt bieten sich zwei Wege an: entweder die Erforschung der Literatur selbst oder die Zuwendung zu den Schriftstellern, die diese Literatur unter bestimmten Bedingungen geschaffen haben.

Den zweiten Weg versucht uns ein neu erschienenes Bändchen zu eröffnen –

Wolfgang Schwiedrzik: "Literaturfrühling in China? Gespräche mit chinesischen Schriftstellern"; Prometh-Verlag, Köln, 1980; 212 S., 18,– DM.

Das Buch beginnt mit einer vehement geführten Attacke gegen die genügsame Beschränkung unseres europäisch geprägten Verständnisses von Literatur und gegen die Institution, die uns "von Amts wegen" Wissen über China hätte vermit-