Am 28. August fiel der Dollarkurs plötzlich von 1,8011 auf 1,7890 Mark. Wie war dieser Kursverfall zustande gekommen? Er war die Quittung für Präsident Carters Steuersenkungsprogramm.

Carter hat das Programm, das er erst nach seiner Wiederwahl dem Kongreß vorlegen will, nicht ungeschickt verkauft. Anders als die Steuersenkungspläne des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ronald Reagan soll es die Erholung ohne Inflation bringen. Während Reagans Programm angeblich nur die Nachfrage anheilen und damit die Inflation steigern würde, soll der Carter-Plan die Investitionen fördern und damit das Angebot verstärken.

Das Argument klingt zwar gut, vernachlässigt aber die Zeit. Ehe die Investitionen zunehmen und das Angebot größer wird, haben auch Steuersenkungen zunächst preistreibende Wirkung. Dies gilt ganz besonders für eine Wirtschaft wie in den USA, wo die Inflationsmentalität die Menschen längst zur Vorwegnahme erwarteter Preissteigerungen treibt. Hellhörige Dollarbesitzer haben das erkannt und prompt reagiert. R.H.