Auf dem Aktienmarkt hat sich das Klima verschlechtert. Dazu tragen die steigenden Zinsen ebenso bei wie die immer uneinheitlicher werdenden Konjunkturprognosen. Wenn sich dennoch – die Abwärtsbewegung der Kurse nur sehr langsam vollzieht, dann liegt dies an den auf ermäßigter Basis wirksam werdenden Kaufaufträgen. Es gibt eben noch institutionelle Investoren, die an eine baldige Zinswende und in deren Folge auch an steigende Aktienkurse glauben.

Kennzeichnend für die gegenwärtige Börsenphase sind die immer wieder zu beobachtenden Umschichtungen in den Portefeuilles. Noch ist es schwer, darin eine einheitliche Linie zu erkennen. Die Meinungen darüber, welche Papiere in Zukunft am erfolgreichsten sein werden, gehen weit auseinander. Am deutlichsten wird dies am Bankenmarkt. Einige Kreditinstitute sind der Meinung, man müsse hier "das Beste", also Aktien der Deutschen Bank oder der Bayerischen Vereinsbank, kaufen. Andere raten dazu, diese Papiere zu verkaufen und sie in "billig" gewordene Aktien der Commerzbank oder Dresdner Bank zu tauschen.

Differenziert sind auch die Ansichten über die Zukunftschancen der Auto-Aktien. Es gibt Anlageberater, für die diese Papiere "gestorben" sind, andere gehen davon aus, daß in der Autoindustrie die befürchtete große Absatzkrise ausbleiben wird und daß deshalb Auto-Aktien zu niedrig bewertet werden. Mit ähnlichen Argumenten wirdübrigens auch über die Stahl-Aktien gestritten. K. W.