Schlagartig kehrte mit dem Ferienende Spaniens täglicher Terror zurück: Am vergangenen Dienstag, wurde in Barcelona Brigadegeneral Briz von drei unbekannten Tätern erschossen.

Der neunzehnjährige Chauffeur des Ermordeten und ein junger Soldat, der als Begleitschutz abkommandiert war, liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus Während die spanische Polizei noch rätselt, ob es sich bei diesem Attentat um einen Racheakt der "antifaschistischen" Terrororganisation Grapohandelt, kommen neue, beunruhigende Meldungen aus dem Baskenland.

Die Erregung, über das Attentat gegen den Herausgeber der Zeitung Diario de Navarra ist noch nicht abgeklungen. Er wurde von unbekannten Terroristen auf offener Straßelebensgefährlich verletzt Die Empörung über den hinterhältigen Anschlag soll beieiner Anti-Terrorismusdemonstration in Pamplona artikuliert werden.

Spaniens Verhältnis zum Terror hat viele Facetten. Nicht selten steht persönliche Feigheit neben offener Sympathie, mit der viele Basken den militärischen Kampf von Eta-militar unterstützen. "Wirstimmen mit der Strategie und der polnischen Taktik von ETA-Militärs überein", sagte der Vize-Präsident des Provinzparlaments von Navarra, Jose-Antonio Urbiola, ausgerechnet auf einer Veranstaltung, auf der über Menschenrechte im Baskenland diskutiert werden sollte.

Die Äußerung des Parlamentariers, der der linksseparatistischen Wahlallianz Herri Batasuna angehört, führte prompt zu seiner Verhaftung. Nach Meinung des spanischen Innenministers hat der Inhaftierte sogar aktiv mit den Terrorkommandos der ETA konspiriert.

So berechtigt diese Maßnahme gewesen sein mag. Im heutigen Baskenland ist die Stimmung daraufhin erst richtig eskaliert. Die spanische Nationalplizei beorderte am Dienstagabend sechs derte – Dienstagabend sechs Kompanien schwerbewaffneter Bereitschaftspolizei nach Pamplona; zu der Zeit prügelten sich in den Gassen der Altstadt bereits über zweihundert Anhänger von Herri Batasuna mit der Polizei,

Als wollten sie die Schwierigkeiten bewußt vergrößern, wahrte sich die politisch diffus agierende Führung der Baskischen Nationalen Volkspartei plötzlich gegen die – Anti-Terrordemonstration. Weildie rechtsradikale FuerzaNuevaihreTeilnahme zugesagt hat, müsse man sich von der Demonstration distanzieren. "Links und Rechts können in unserem Landenebeneinander existieren", behaupten baskische Sozialisten, Kommunisten und Gewerkschaftler vergebliche. "Politische Unterschiede soll man an den Wahlurnen, nicht mit den Waffen austragen."