Über Qualitäten von Hotels läßt sich Einigung nur schwer erzielen. Der eine erwartet Möblierung, die seinem Geschmack entspricht (armer Innenarchitekt mache es wenigen recht, vielen gefallen ist unmöglich). Andere erwarten zumindest von einem Ferienhotel erster Klasse eine schöne Aussicht; sie jedenfalls wurde mir unlängst bei einem Haus auf der irischen Dingle-Halbinsel (Dun An Oir) wie in Baden-Baden (Brenners) besonders gerühmt. Arme Varta- und Michelin-Inspektoren, die all den verschiedenen Erwartungen gerecht werden sollen!

Diejenigen, die eher ihre Nächte als ihre Tage in Hotelzimmern verbringen, denen also Innenarchitektur (solange sie nicht beleidigend miserabel ist) und Aussicht (es sei denn auf eine Baustelle) nicht eminent wichtig sind, haben ganz andere Fragen. Zum Beispiel diese:

1. Wird mir beim Ein- und Ausladen des Ge-– päcks, beim Unterstellen des Autos geholfen?

2. Kann ich, zu faul, mich mit viel Bargeld einzudecken, im Hotel gegen entsprechende Kreditwürdigkeitsausweise mühelos auch mehr als dreihundert Mark bar bekommen?

3. Ist der Hoteldirektor präsent – überhaupt, und Vor allem dann, wenn es Probleme gibt?

4. Kann ich nachts (nach 23 Uhr) auf dem Zimmer noch etwas zu essen und zu trinken bekommen?

5. Kann ich mir einen Fernsehapparat ins Zimmer stellen lassen?