Der deutsche Markt für Wirtschaftsmagazine bekommt in dieser Woche neue Konkurrenz: Impulse aus dem Verlag Gruner + Jahr. Das Monatsblatt will sich speziell an "den Mittelstand" wenden.

Zugeschüttet mit aufreibender Routinearbeit und gefangen in übertriebener Burgherrenmentalität, fällt es vielen mittelständischen Unternehmern schwer, über den Tag hinaus zu blicken. Sie führen ihre Firmen noch als Einzelkämpfer, mit Schaffenskraft und Intuition, aber ohne moderne Methoden und vor allem ohne ein strategisches, marktorientiertes Konzept." So beschreibt das Hamburger manager magazin in seinem soeben erschienenen Septemberheft jene deutschen Unternehmer, die 95 Prozent der gesamten Volkswirtschaft repräsentieren: den Mittelstand.

Den rund zwei Millionen mittleren und kleineren Unternehmern soll geholfen werden: Diesen Freitag und von nun an jeden ersten Freitag eines Monats kommt eine Zeitschrift auf den Markt, die sich an sie richtet. Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr, der am Markt für Wirtschaftsmagazine bereits mit Capital (Auflage: 220 000) vertreten ist, startet Impulse.

Zunächst sollen 160 000 Exemplare gedruckt werden, für eine Abnahme von 120 000 Stück will der Verlag garantieren. Damit wird die Gesamtauflage aller Wirtschaftsmagazine um ein knappes Drittel erhöht.

Marktführer ist Capital, das sich vorwiegend an Führungskräfte der Wirtschaft aus der mittleren und gehobenen Ebene wendet. Das Wochenmagazin Wirtschaftswoche, das zur Holtzbrinck-Gruppe (Handelsblatt) gehört, verkauft knapp 110 000 Exemplare. Zielgruppe ist das mittlere Management aus Wirtschaft und Verwaltung. Das Münchner Industriemagazin bedient gleichfalls diese Leserschicht. Das Monatsmagazin wird überwiegend kostenlos abgegeben. Auflage: 60 000.

Ausschließlich im Abonnement vertrieben wird das manager magazin, das zum Spiegel-Verlag gehört. Das monatlich erscheinende Heft wird in einer Auflage von 60 000 Exemplaren an Führungskräfte und Unternehmer verkauft.

Mit einer Gesamtauflage von 450 000 Exemplaren ist der Markt für Wirtschaftsmagazine freilich nicht gerade stattlich. Der Hauptgrund: In Deutschland bieten nicht nur die überregionalen Tageszeitungen, die Wochenzeitungen und Magazine, sondern auch jede regionale und lokale Tageszeitung ausführliche Berichterstattung über Wirtschaft, Handel und Unternehmen. Auch Fernsehen und Hörfunk bringen regelmäßige Wirtschaftssendungen. Eine Flut von Verbands-, Handels- und Handwerkszeitschriften ergänzt das Angebot für den Mittelstand.