Ehrlicher AEG-Prospekt

In dem Prospekt über die Börsenzulassen der aus der Kapitalerhöhung vom Beginn dieses Jahres hervorgegangenen jungen AEG-Telefunken-Aktien warnt das Bankenkonsortium ausdrücklich die privaten Aktionäre davor, die ihnen angebotenen jungen Aktien zum Kurs von 150 Mark je Stück zu übernehmen, weil AEG-Telefunken-Aktien an der Börse zum Preis von 8 Mark erhältlich sind. Die jungen Aktien werden vom Bankenkonsortium mit der Verpflichtung übernommen, die nicht bezogenen Papiere zunächst zu behalten und sie später "kursschonend" zu plazieren.

Merkmal des Börsenprospektes ist seine schonungslose Ehrlichkeit Er vermeidet ähnliche Fehler, wie sie seinerzeit beim Zulassungsprospekt der inzwischen in Konkurs gegangenen Baugesellschaft Beton + Monierbau gemacht worden sind. Das Konsortium von Beton + Monierbau hatte die Lage des Unternehmens viel zu positiv dargestellt und ahnungslose Aktionäre zum Bezug der jungen Aktien verleitet

Steuerfahndung im Haus?

Praktische Hinweise darüber, was zu tun ist, wenn unverhofft die Steuerfahndung auftaucht, vermittelt ein Informationsblatt der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Für den Normalbürger ist dies ein ungewohntes Thema. Nur wenige kennen sich aus, was in einem solchen Fall zu tun und zu unterlassen ist. In der Informationsschrift wird gesagt, wer mit dem Erscheinen der Steuerfahnder rechnen muß und welche Rechte der betroffene Steuerpflichtige besitzt

Aus für VKS-Aktionäre

Die Aktionäre der Vereinigten Kammgarn-Spinnereien AG (VKS), Bremen, müssen sich auf einen Totalverlust einstellen. Am Aktienkapital von zehn Millionen Mark sind die Dresdner Bank zu 44 Prozent und der Bremer Wollkaufmann Henry S. Thomas zu 43 Prozent beteiligt. Beide sahen sich nicht mehr in der Lage, die seit 1973 kränkelnde Gesellschaft weiter am Leben zu erhalten. Das Unternehmen, so ein Unternehmensberater, hätte sich nur nach Investitionen von rund 60 Millionen Mark weiter führen lassen, ein finanzielles Wagnis, das niemand einzugehen bereit ist. Die Dresdner Bank hat aus ihrer Beteiligung bereits rund zehn Millionen Verluste durch Zinsnachlässe und Forderungsverzichte hinnehmen müssen. Sie stellt weitere zehn Millionen Mark zur Verfügung, um den Vergleich mit dem Sozialplan zu ermöglichen. Die Chancen, daß sich für den Betrieb noch ein Interessent finden läßt, werden als minimal betrachtet, so daß eine Liquidation als wahrscheinlich angesehen wird.