Als "kapitalen Unsinn" bezeichnete Markus Blumenberg von der Arbeitsgemeinschaft. industrieller Forschungseinrichtungen (AIF), eine Selbsthilfeorganisation der Wirtschaft, den Vorwurf, sie manipuliere die staatlichen Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungspersonal in den Unternehmen.

In internen Informationsdiensten für die Wirtschaft waren Unternehmer vor allzuviel Neugier der AIF gewarnt worden. Weil angeblich zu wenig Geld in der Bundeskasse sei, versuche die AIF, Unternehmen, die Zuschüsse für Forschungspersonal beantragten, allerlei Auskünfte zu entlocken, die dann eine Kürzung oder Streichung der Zuschüsse rechtfertigen. Blumenberg dazu: "Die AIF verwaltet die Personalkostenzuschüsse im Auftrag des Staates. Und da das schließlich Steuergelder sind, müssen wir uns streng an die Richtlinien für die Vergabe halten."

Tatsächlich tut die AIF das mit geringstem bürokratischem Aufwand. Nirgends werden Förderanträge so rasch bearbeitet wie bei der AIF. Wenn die Antragsteller freilich allzu "nebulöse Angaben" machen, dann bohrt auch die AIF nach. Da das Zuschußprogramm nur für kleine und mittlere Unternehmen bestimmt ist, soll verhindert werden, daß Großkonzerne auch bei diesem Programm abkassieren, über ihre kleinen Töchter. Das war Wunsch und Wille der beiden Minister, die das Programm 1978 erfunden haben, des Forschungsministers Volker Hauff und des Wirtschaftsministers Otto Graf Lambsdorff.

Im übrigen hat die AIF auch keine Geldsorgen, sie kann 355 Millionen Mark in diesem Jahr ausgeben, 309 Millionen Mark wurden schon ausgezahlt. Und während im vergangenen Jahr noch 14 Prozent der Antragsteller abgewiesen wurden, waren es in diesem Jahr bisher nur sieben Prozent. Das spricht nicht gerade für eine restriktive Haltung der AIF bei ihrer Förderarbeit.

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Zwischen Biyern und Bonn gibt es wieder einmal Streit um die deutsche Luftfahrtindustrie. Ausgelöst wurde er durch eine Bemerkung von Finanzminister Hans Matthöfer. Bei einem Besuch in der Redaktion des Bremer Weser-Kurier hatte Matthöfer beklagt, daß die beabsichtigte Fusion der beiden Firmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) und Vereinigte Flugtechnische Werke Bremen (VFW) nicht vorankomme.

Das hatte den Wirtschaftsminister schon im Juli bewogen, die Bonner Staatszuschüsse für die weitere Entwicklungs-, Produktions- und Absatzfinanzierung des Zivilflugzeuges Airbus einzufrieren. Geld soll es erst wieder geben, wenn die Firmen den Fusionsvollzug melden.