Dossier

Modell Deutschland - kein Meisterwerk

Genau 4023 Tage liegen zwischen dem 5. Oktober 1980 und der Wahlentscheidung vom 28. September 1969, die Willy Brandt und Walter Scheel die Chance bot, die erste sozial liberale Regierung der Bundesrepublik zu bilden.

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Wirtschaft

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DIE ZEIT

Östliches Muskelspiel

Beiderseits der innerdeutschen Grenze haben Herbstmanöver begonnen. Auf der Seite der Nato nehmen 100 000 Soldaten, daran teil, auf der Seite des Warschauer Paktes 40 000 Mann (oder mehr).

Die sanfte Tour

Wird die Bundestagswahl im Fernsehen entschieden? Einschlägige Vermutungen grassieren schon so lange, wie der Wahlkampf frei Haus geliefert wird.

Was in Warschau auf dem Spiel steht

Noch ist Polen nicht verloren – aber es ist auch noch nicht gerettet. Der Wechsel von Gierek zu Kania ändert nichts an der schwierigen Grundsituation der Warschauer Führung.

Späte Rückkehr

Daß die Liebe zur Partei die stärkste Emotion im Leben eines Genossen sei, wird man von Karl Schiller nicht gerade sagen können.

Zeitspiegel

Streng nach Protokoll hat Rüdiger Freiherr von Wechmar, Botschafter der Bundesrepublik bei den Vereinten Nationen, seinen Chef Hans-Dietrich Genscher nun überrundet.

Worte der Woche

"Bolivien hat sich gegenüber der Regierung Carter wie eine erwachsene Tochter verhalten. Denn es hat sich dem Wunsch der Vereinigten Staaten nicht gebeugt, die eine bestimmte Politik durchsetzen wollten.

Die Kampagne ebbt ab

Gratulationscour im Münchner Prinz-Carl-Palais: Franz Josef Strauß und seine Gehilfen überwinden das Stimmungstief

Fahndungspanne?: Wahltaktik mit Sicherheitsrisiko

Bundesinnenminister Gerhart Baum hat sich und seinen freidemokratischen Parteifreunden einen Wahlschlager entgehen lassen: Hätte er im März dafür gesorgt, daß die wegen mehrfachen Mordes gesuchten Terroristen Christian Klar und Adelheid Schulz verhaftet werden konnten, nachdem sich Hamburger Verfassungsschützer auf ihre Spur gesetzt hatten, dann könnte er sich jetzt als Held feiern lassen.

Das "Stealth"-Projekt: Enthüllung des Unsichtbaren

Hat der Verteidigungsminister der Regierung Carter aus schierem Wahlkampfinteresse eines der bestgehüteten militärischen Geheimnisse an die Sowjets verraten? So ungeheuerlich die Frage auch klingt: Nichts weniger behauptet Ronald Reagan, der republikanische Präsidentschaftskandidat.

Spanien: Machtverlust für Suarez

Vier Monate nach seiner letzten Kabinettsumbildung sah sich Ministerpräsident Adolfo Suarez erneut gezwungen, ein weitreichendes Kabinetts-Revirement vorzunehmen: Auf zwölf Posten wurden die Plätze getauscht, acht Minister verloren ihre Ämter.

Berlin: Attacke aus Moskau

Den neunten Jahrestag der Unterzeichnung des Abkommens nimmt die Prawda zum Anlaß, solche Versuche als zwar aussichtslos, aber gleichermaßen politisch gefährlich zu charakterisieren.

Labour Party: Geht Callaghan im November?

Man kann verstehen, daß er zögert, den Hut zu nehmen. Erst vor vier Wochen haben ihm Umfragen bestätigt, daß 52 von 100 Labour-Wählern ihn für den besten nächsten Premierminister Großbritanniens halten.

Wohnungsnot: Erfolg der Hausbesetzer

Einen ungewöhnlichen Schritt zur Lösung von Wohnungsproblemen hat die Stadt Hannover getan. Während in Frankfurt, Köln oder Freiburg der militante Protest gegen hohe Mieten und Abrißgenehmigungen für alte Wohnungen beinahe automatisch zu schweren Konfrontationen mit der Staatsgewalt geführt hat, bietet Hannover alte, leerstehende und später zum Abriß bestimmte Häuser jetzt bedürftigen Bevölkerungsgruppen als Leinobjekte auf Zeit an.

Männerpolitik: Frauen raus

Die Frauenliste von Ellwangen hatte bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen am 22. Juni auf Anhieb Erfolg: "Die Zehn-Prozent-Frauen" (ZEIT Nr.

Nationalsozialistische Vergangenheit: Die zwölf ungeliebten Jahre

Kaltenkirchen, eine Kleinstadt in Schleswig-Holstein, wird dieser Tage mit ihrer Geschichte konfrontiert. Ein Bürger aus dem benachbarten Alveslohe, der Bibliothekar Gerhard Hoch, hat sich mit der Vergangenheit Kaltenkirchens während des Nationalsozialismus beschäftigt.

Bonner Kulisse

Als "kapitalen Unsinn" bezeichnete Markus Blumenberg von der Arbeitsgemeinschaft. industrieller Forschungseinrichtungen (AIF), eine Selbsthilfeorganisation der Wirtschaft, den Vorwurf, sie manipuliere die staatlichen Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungspersonal in den Unternehmen.

Mit Plattfuß in den Boom

Den Kunden beschließen Zweifel am geistigen Bestzustand des Händlers. Auf seinen mit geziemender Höflichkeit vorgetragenen Wunsch, jenes Objekt dort aus dem Ladenregal zu erwerben, hatte der Handelsmann reagiert, als ob der Kaufwillige etwas durch und durch Unanständiges von ihm verlangt hätte.

Börsen-Report: Der Bund als Zinstreiber

In den letzten Tagen sind die Zinsen In der Bundesrepublik weiter gestiegen. Daran ist einmal die Entwicklung in den USA schuld, wo das Geld wieder teurer geworden ist, zum anderen aber auch der Bund, der Schuldscheine mit Renditen von 8,18 Prozent anbietet.

Politiker als Preistreiber

Schluß: Ich glaube das nicht. Gerade bei Obst und Gemüse wie auch im gesamten Lebensmittelhandel herrscht ein fast modellmäßiger Wettbewerb, und zwar nicht nur zwischen den verschiedenen Geschäftstypen, sondern auch zwischen den verschiedenen Produkten, zwischen denen der Verbraucher ja sehr schnell und sehr preisbewußt wechselt.

ZEITRAFFER

Die Preise für saisonbedingte Lebensmittel sind in erster Linie dafür verantwortlich, daß die Lebenshaltungskosten in der Bundesrepublik im August um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind.

MANAGER UND MÄRKTE

Eine personelle Verzahnung in der Computerindustrie dürfte die Branche aufhorchen lassen: Eugene R. White, der Chairman des amerikanischen Großrechnerherstellers Amdahl Corporation in Sunnyvale/Californien wird in den Aufsichtsrat der VW-Tochter Triumph-Adler AG für Büro- und Informationstechnik (TA) in Nürnberg, eintreten.

Vier Wochen bis zur Wahl

In dieser Woche und in den nächsten drei Ausgaben stellt die ZEIT die großen Streitfragen der Innen- und Außenpolitik vor. Was haben die Regierenden versprochen, was haben sie erreicht, was will die Opposition? Wir beginnen mit einer Bilanz der Wirtschafts- und Sozialpolitik.

ZEIT-Serie: Wie uns die anderen sehen: Politik soll Spaß machen

Ich muß ein Geständnis ablegen – ein Geständnis, das mich wahrscheinlich zum Außenseiter der westdeutschen Gesellschaft machen wird: Ich riskiere, daß mich niemand mehr zum Essen einlädt und alle mir den Rücken zukehren, wenn ich meine Stammkneipe betrete, und doch kann ich nicht schweigen.

Hoffen auf den großen Durchbruch

Die "Theaterwehr Brandheide" ist eine freie Theatertruppe, die politisches Theater macht. Ihre erste Produktion, das Anti-Atom-Stück "Heiße Kartoffeln", wurde 120mal in der Bundesrepublik und der Schweiz gespielt und zusammen mit einem Porträt der Gruppe auch vom ZDF ausgestrahlt.

Erziehung in China: Alles dreht sich um die Prüfung

Seit der Revolution oder – wie die Chinesen sagen – seit der Befreiung im Jahre 1949 lösen einander in der Entwicklung des chinesischen Bildungswesens abwechselnd zwei Richtungen ab, nämlich die Durchsetzung einer Bildung für alle und die Hebung der Qualität von Bildung im Zusammenhang mit einer Auslese.

Schutz vor Austreibung

Der Scheinheiligkeit und Borniertheit geziehen zu werden – vom Generaldirektor der Bayerischen Museen – das verschafft mir just die Adrenalinstöße, die ich gar nicht brauchen kann.

Der Chef der Bayerischen Museen ärgerte sich über seinen wichtigsten und wertvollsten Leihgeber und forderte: Weg mit den Bildern!: Tölpelei oder Tendenz?

Erich Steingräber, der Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, hat Lothar-Günther Buchheim, den Besitzer der umfassendstes und wertvollsten Privat-Sammlung expressionistischer Kunst hierzulande, per Einschreibbrief wissen lassen, daß er umgehend seine Bilder, die als Leihgabe im Münchner Haus der Kunst hängen, zu entfernen habe.

Filmtips

"Edouard, der Herzensbrecher oder Übung macht den Meister" von Philippe de Broca. Fast hätte man Mitleid mit ihm: Nicht genug, daß eine ungerührte Agentin mit Gastspielterminen, Plattenaufnahmen und Konzertproben an den Nerven des sensiblen Star-Pianisten Edouard zerrt, nein, zwischen den Ansprüchen von Ehefrau, Ex-Ehefrau, Geliebter und dreier Kinder gilt es auch noch, zahlreiche amouröse Stippvisiten in den übervollen Terminkalender zu pferchen.

Kunstkalender

Berlin: "Jakob Mattner – In der Mitte ist die Nacht". In der Mitte ist die Nacht, verkündet uns der Ausstellungstitel, wenn man nämlich, der Hohlwelt-Lehre folgend, das Universum als Kugel sich vorstellt, in deren Mitte die Tageszeiten ablaufen.

Die neue Schallplatte

Wolfgang Amadeus Mozart: "Die Schuldigkeit des Ersten Gebote KV 35". Im ersten Teil "wird die Gedächtnuss und der Verstand durch den unermüdeten und liebevollen Eifer des Christlichen Tugendgeistes unter dem Beistand Göttlicher Barmherzigkeit und Gerechtigkeit beschäftiget": der Weltgeist contra Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Christgeist – das ist der eigentlich handlungslose Inhalt jenes Oratoriums-Teiles, den der gerade elf Jahre alt gewordene Mozart (neben Michael Haydn und Anton Cajetan Adlgasser) für die Salzburger Fastenzeit 1767 zu komponieren hatte.

Im Anfang war Schiller: Die Literatur soll leben!

Vor fünfundzwanzig Jahren suchte der achtzigjährige Thomas Mann zwei Orte in Deutschland auf, um einen Autor zu ehren, den ein Anonymus schon bei seinem Tode im Jahre 1805 "den Mann der Nation" genannt hatte.

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