Eine personelle Verzahnung in der Computerindustrie dürfte die Branche aufhorchen lassen: Eugene R. White, der Chairman des amerikanischen Großrechnerherstellers Amdahl Corporation in Sunnyvale/Californien wird in den Aufsichtsrat der VW-Tochter Triumph-Adler AG für Büro- und Informationstechnik (TA) in Nürnberg, eintreten. TA hat sich in den vergangenen Jahren, in Konkurrenz zu Nixdorf, Olivetti, Kienzle und anderen, als Hersteller von Kleincomputern einen Namen gemacht und einen beträchtlichen Marktanteil gewonnen.

Durch die Berufung einer "computerbewußten Persönlichkeit" wie White soll das deutsche Unternehmen, das 35 Prozent seines Weltumsatzes von zuletzt 1,2 Milliarden Mark in den USA erzielt und dort im letzten Jahr auch die Pertec-Computer-Corporation in Los Angeles übernommen hat, weiteres internationales Prestige innen und^sich neue geschäft-Gehe Kontakte erschließen. Anzunehmen, daß sich die Berufung von White auch günstig auf die Beziehungen zwischen der Amdahl Deutschland GmbH in München und dem Volkswagenwerk auswirkt. Im Gegensatz zu fast allen anderen deutschen Automobilunternehmen hat Wolfsburg bisher keine Amdahl-Großrechner geordert, sondern dem Marktführer IBM die Treue gehalten.

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"Es ist ja ein offenes Geheimnis", sagt einer der Betroffenen, "daß den Hamburger Sozialdemokraten der Kurs der Morgenpost inzwischen zu links ist." Und so suchen denn die hanseatischen Genossen unverdrossen, ihren erst vor wenigen Monaten verlorenen Einfluß auf das Blatt zurückzugewinnen. Der neue Mehrheitsgesellschafter, der Schweizer Eduard Greif, scheint sich vor diesen Karren spannen zu lassen. Die alte Morgenpost läßt grüßen.

Verärgert legte letzte Woche der Chefredakteur Helmut G. Schmidt, der die gleiche Position beim SPD-Parlamentarisch-politischen Pressedienst innehält, Amt und Aufgabe, nämlich einen Nachfolger für seinen Hamburger Posten zu finden, nieder. Er kehrte an seinen Bonner Arbeitsplatz zurück. Die Hamburger Redaktion wird damit wieder einmal in den Zustand versetzt, in dem auch die früheren Redaktionen standen, als noch die SPD allein regierte und das Blatt in wirtschaftliche Schwierigkeit gebracht hatte: Verunsicherung über das redaktionelle Konzept.

Schmidt mit seinen Mannen hatte soeben mit sichtlichem Erfolg versucht, eben jene Lücke am Hamburger Zeitungsmarkt zu füloffenlassen: einelinks-liberale, kritische Berichterstattung. Doch statt das: Anzeigengeschäft und den Absatz des Blattes zu forcieren, scheinen die neuen (60-Prozent-)Herren in die Fehler des Altverlegers SPD zu fallen: Ein neuer oder alter Mann in der Redaktion soll den Aufschwung bringen.

Geträumt, sagt er, hat er schon immer davon. Nun – für Außenstehende höchst überraschend – steht Norbert Borsch vor dem Start in die Selbständigkeit. Fünfzehn Jahre lang war Borsch bei der Frankfurter Werbeagentur Foote, Cone, Beiding (FCB), seit 1972 als deren Boß, aktiv gewesen. In dieser Zeit war der Umsatz der Agentur von 14 Millionen Mark 1969 auf 35 Millionen 1972 und schließlich 143 im vergangenen Jahr geklettert. Dieses Jahr sollen es 180 bis 190 Millionen Mark werden.