Mexiko – sonst ein behutsamer Förderer demokratischer Entwicklungen in Lateinamerika – hat das Generalsregime Boliviens offiziell anerkannt. Ursache dieses ungewöhnlichen Schrittes war simple Raumnot: Seit mehr als einem Monat drängen sich 75 Flüchtlinge in drei kleinen Räumen der mexikanischen Botschaft in La Paz zusammen. Um für sie freies Geleit zu erlangen, mußte Mexiko das Regime anerkennen. Bolivien hat am gleichen Tag gedroht, den Andenpakt zu verlassen – weil die Mitgliedstaaten die diplomatische Anerkennung verweigern.

Jugendsünde

In Frankreich wirft der Wahlkampf seine Schatten voraus. Nachdem der Präsidentschaftskandidat der Ökologen, Brice Lalonde, erklärt hatte, daß er vor allem auf die Stimmen ehemaliger Wähler der Kommunisten zähle, schoß das KPF-Zentralörgan Humanité sofort zurück: Zwar hätten die kommunistischen Wähler nicht die Angewohnheit, ihre Stimme zu vergeuden, aber es sei nützlich, darauf hinzuweisen, daß Lalonde Mitarbeiter des Gaullisten Debré gewesen sei, als dieser Premierminister war (1959 bis 1962). Lalonde war zu dieser Zeit 16 Jahre alt. Um den kommunistischen Tiefschlag nicht auf sich sitzen zu lassen, hat er von Humanité eine Gegendarstellung verlangt.

Gestorben

Im Jahre 1946 hat Ewald Schmidt di Simoni (mit Richard Tüngel, Lovis H. Lorenz und Gerd Bucerius) die ZEIT gegründet. Am 2. September 1980 ist der einstige Vertriebschef der Frankfurter Zeitung (von wo ihn die Nazis vertrieben) und spätere Vertriebschef der Kölnischen Zeitung 83jährig gestorben. Seine Frau war Halbjüdin. Um sie und ihre jüdische Mutter zu schützen, meldete sich Schmidt di Simoni zur Kriegsmarine (Korvettenkapitän). Mit List, Energie und der Hilfe tapferer Vorgesetzter konnte er beide den Verfolgungen der Nazis entziehen – auch das gab es also.