Verregnete Sommer sind nicht mir Urlaubern ein Greuel, vor allem die Manager der deutschen Feriengebiete blickten in diesem Jahr in Erwartung finanzieller Einbußen und rückläufiger Übernachtungszahlen sorgenvoll in den verhangenen Himmel.

Der Sommer 1980 jedoch hat sich, allen düsteren Prognosen zum Trotz, in den Bilanzen offenbar nicht negativ niedergeschlagen.

Die Region Bodensee/Oberschwaben beispielsweise erwartet sogar ein Plus im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund hierfür war, nach Meinung des Verbandsdirektors, das ebenfalls schlechte Wetter in südlicheren Gefilden. So seien die Gäste auf der Durchreise am Bodensee "hängengeblieben". Hotels und Gaststätten haben ihre gestiegenen Umsätze gar dem Regen zu verdanken: statt wandern und trimmen essen und trinken.

Das ostbayerische Feriengebiet erlitt zwar im besonders wasserreichen Monat Juli Einbußen bei Kurzreisenden und Wochenendgästen. Die länger verweilenden Besucher jedoch kamen wie eh und je, insbesondere der Bayerische Wald war .gefragt. Optimistisch sind deshalb auch die Umsatzprognosen: Für die gesamte Saison ’80 rechnet man mit einer Steigerung von rund fünf Prozent.

Das Kleine Walsertal im Allgäu kann gar einen "erheblichen Zuwachs" für Juli und August verzeichnen.

Auch die Hessen sind zufrieden mit dem Sommer. Bis einschließlich Juni wurde eine Steigerung bei den Übernachtungszahlen von etwa sechs Prozent errechnet. Die Monate Juli und August schnitten im Vergleich zu 1979 "recht gut" ab. Selbst die Camper gaben nicht auf. Die Zeltplätze im Waldecker Gebiet waren, so ein Sprecher der Fremdenverkehrszentrale, "nicht nur vom Regen, sondern auch von Gästen überlaufen".

In Baden-Württemberg dauert die Saison wegen der im September und Oktober stattfindenden Weinfeste noch an. Die Gemeindeväter erwarten bis Ende Oktober einen Anstieg der Übernachtungszahlen. Auch hier sorgen die Urlauber für ein Plus von fünf Prozent bis Ende Juni, während die Buchungsziffern in den übrigen Monaten leicht rückläufig waren. Ein Grund zur Sorge scheint das nicht zu sein: Insgesamt konnte das Ergebnis des letzten Jahres gehalten werden.