Hervorragend

Georg Friedrich Händel: "Ariodante". Die Ausgangssituation. A liebt B. doch G. selber von D. geliebt, versucht A auszustechen. Die Intrige: C überredet D, (etwa in den Kleidern von B) einen Treuebruch vorzutäuschen. Die Folge: A verzweifelt, B muß sterben. Die Lösung: gerade noch rechtzeitig gesteht D den Betrug, A tötet den Rivalen C, heiratet B. Eine opera seria – 30 Solostücke, Arien und Ariosi, aber nur vier Duette und vier Chorsätze: Dies ist die hohe Zeit der "geläufigen Gurgel". Ebenso verwunderlich: die männliche Hauptpartie (A) wird von einer Frau gesungen – Janet Baker mit hochvirtuosem und in seiner Geläufigkeit wie durch die Farbigkeit und Kraft gleichermaßen faszinierendem Mezzosopran. Kunst des Schöngesangs also, eingebettet in den reduzierten Orchesterklang, der eine Mittellösung sucht zwischen allzu strenger historischer Forschung und oratorienhaftem Händel-Glanz. (Baker, Mathis, Burrowes, Bowman, Rendall, Ramey, Oliver, London Voices, English Chamber Orchestra, Leitung: Raymond Leppard; Philips 6769 025)

Heinz Josef Herbort

Lachhaft

The Tremblers: "Twice Nightly". Im zarten Alter von 35 bereitet der Ex-"Herman’s Hermit" Peter Noone mit dem Quintett The Tremblers seine neue Karriere als Teenybopper-Idol vor. Der Mann, der der Welt Mitte der sechziger Jahre so unsterbliche Rock-Klassiker bescherte wie "I’m Henry VIII, I Am" und "Leaning On A Lamp Post", hat dafür auch das richtige Rezept gefunden: instant pop aus der Hitparaden-Retorte. Für das Tremblers-Debüt lich er sich Einfälle vonGruppen wie den Cars und Tom Pettys Heartbreakers, Elvis Costello und der Greg Kihn Band, mischtedas Ganze mit vier Echo ab und schaffte es sogar, eine denkbar miserable Interpretation von Elvis Costellos "Green Shirt" abzuliefern. (Epic EPC 84 448) Franz Schüler