Wal-Freunde können wieder hoffen. Ein Land, das bislang Europas Handel mit den gefährdeten Meeressäugern maßgeblich in Schwung hielt, strebt nun ein Handelsverbot auf internationaler Ebene an: die Bundesrepublik. Das Bundeslandwirtschaftsministerium reichte einen Antrag der "Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere" zur 3. Vertragsstaatenkonferenz des "Washingtoner Artenschurzabkommens" ein, alle bedrohten Wale in den Anhang I des Abkommens aufzunehmen. Denn nur über diesen traurigen Listenplan im Anhang I ("vom Aussterben bedroht") ist ein Handelsverbot für Walprodukte in den mehr als 60 Mitgliedsländern des Artenschutzabkommens erreichbar. Entschieden wird darüber im Februar 1981 in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, wo nicht zuletzt Japan heftig dagegenstimmen wird. Aber auch wenn es nicht zu einer Zweidrittelmehrheit für den Wal kommt, soll ab 1982 für die Europäische Gemeinschaft ein Handelsverbot mit Walprodukten gelten. In der Bundesrepublik schiebt die neue Ein- und Ausfuhrverordnung schon ab 1981 einen Riegel vor das "Geschäft mit vom Aussterben bedrohten Tieren". P. D.

Gene von Viren in Mäuse verpflanzt: Beim 2. Internationalen Zellbiologie-Kongreß Anfang September in Berlin, berichtete der amerikanische Mikrobiologe Frank Ruddle von der Yale-Universität, ihm und zwei Kollegen sei es gelungen, Gene aus dem Erbgut zweier Virenarten (Herpes simplex und Affenvirus SV 40) in frisch befruchteten Mäuseeizellen einzuschmuggeln. Ruddle benutzte die nun schon alltägliche Methode der Gentechnik, gezielt herausgeschnittene virale Genabschnitte in einen "Plasmid" genannten Ring des Erbmoleküls DNA einzubauen. Diese bakteriellen Plasmide dienten dann als Vehikel, um die Erbgutbruchstücke der Viren mit Hilfe ultrafeiner Glashohlnadeln in die Mäuseeier zu transplantieren. Anschließend übertrugen die Forscher die Bastardeier in die Eileiter von etwa zehn Mäuse-Ammenmütter, die später insgesamt 78 Mäusebabys gebaren. In 76 der Jungnager fanden die Biologen keinen Hinweis auf ihre Genmanipulationen. Eine der neugeborenen Mäuse hatte bakterielles Erbmaterial (von den Plasmiden) in ihren Zellen, aber kein virales. Ein zweiter Tiersäugling aber wies sowohl Bakterien- – als auch Virengene auf: Offensichtlich war hier die Transplantation gelungen. Noch ist nicht klar, ob die eingeschmuggelte Erbsubstanz der Viren nun auch virentypische Eiweißstoffe in den Mäusen produziert. Für Ruddle und Co. ist dieser Erfolg ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Enträtselung der Vorgänge, die nicht nur die Vererbung, sondern auch die Umsetzung der Erbinformationen in Eiweißstoffe in allen Kreaturen der Erde steuern. GH