Erstaunliche Schlagzeile

Mit einer für diesen Wahlkampf einigermaßen sensationellen, jedenfalls atypischen Schlagzeile wartete der Bonner General-Anzeiger auf, sie lautete: "Minister Dr. Vogel hat niemanden beleidigt." Diese Schlagzeile war das Ergebnis der süffisanten und nicht ganz unzutreffenden Bemerkung des sozialdemokratischen Justizministers und bayerischen SPD-Spitzenkandidaten, wenn Franz Josef Strauß einmal ein paar Stunden lang niemanden beschimpfe und "normal" sei, würden die Medien darüber lange Artikel bringen. Er, Hans-Jochen Vogel, sei immer normal, doch: "Ich habe aber noch nie gelesen, der Vogel hat niemanden beleidigt."

Plakativ

Ungewöhnliche Forderungen stellte die Wahlkampfleitung der CSU im Bundestagswahlkreis 205 München an einen Bürger, der ein Farbplakat der Partei zerstört haben soll. In der Schadensbilanz fand sich folgender Posten: "Anteilige Bewachungskosten und Habhaftmachung des Täters für acht Mann und vier Kraftfahrzeuge, für sechs Stunden Bewachung Nachtdienst à Person DM 25,– pro Stunde." Zu den 200 Mark verlangt der Anwalt noch 48 Mark Kilometergeld: Selbstjustiz durch Fremdfinanzierung.

Somozaland Nr. zwei?

Anastasio Somoza, 1979 gestürzter Diktator Nicaraguas, hat sich offenbar in Paraguay auf Dauer niedergelassen. Dort ist er mittlerweile der größte Privatinvestor: 160 000 Hektar Nutzland, 40 000 Stück Vieh, ein Schlachthof, eine Warenhauskette, zahlreiche Hotels nennt er sein eigen. Wie viele Dollars er ins Exil mitnehmen konnte, ist umstritten; die höchste Schätzung liegt bei einer Milliarde, Somozas Kritiker behaupten, er bezahle alles bar, mit Dollarscheinen, um die Steuer zu betrügen – "so wie in den meisten seiner Hotels auch stundenweise in bar abgerechnet wird".

Linker Leim