• Die Bausparkassen haben eine PR-Kampagne für die Fortführung der staatlichen Bausparförderung begonnen. Was sagen Sie zu dem dazu erhobenen Vorwurf, dies sei der Versuch einer Nötigung des Gesetzgebers?

Degner: Ein solcher Vorwurf käme einer Beleidigung des Parlaments gleich, weil er unterstellte, daß sich das Parlament, zumal durch eine Anzeigenaktion, nötigen lassen könne. Die Anzeigen sollen vielmehr die Bedeutung der Bausparfinanzierung und der Bausparförderung unter den Gesichtspunkten der Vermögenspolitik, Wohnungspolitik, Familienpolitik, Sozialpolitik und Arbeitsplatzsicherung in das Bewußtsein der Öffentlichkeit heben.

  • Warum muß das unbedingt kurz vor der Wahl gesagt werden?

Degner: Die Anzeigen werden nicht nur vor der Wahl veröffentlicht, sondern auch nach der Wahl.

  • Es werben freilich nicht Bausparen, sondern die Bausparkassen. Das stärkt doch wohl den Verdacht, daß die staatliche Förderung den Bausparkassen mindestens so sehr nützt wie den Bausparern.

Degner: Die staatlichen Förderungsbeträge werden den Bausparern gutgeschrieben und nicht etwa den Bausparkassen. Im übrigen darf ich einen unverdächtigen Zeugen zitieren, nämlich die Bundesregierung, die von der "Richtigkeit der Politik" spricht, "mit Hilfe der Bausparförderung breiten Schichten der Bevölkerung die Möglichkeit zur Vermögensbildung zu geben".

  • Das beantwortet nicht die Frage. Ist es nicht so, daß die Bausparkassen. selbst in Existenznot gerieten, wenn die öffestliche Förderung des Bausparens unterbliebe, und daß genau darin das Motiv Ihrer PR-Aktion zu suchen ist?