Im neuen Städtetouren-Katalog wendet sich die Deutsche Bundesbahn mit dem 21. ihrer allgemeinen Hinweise an Behinderte: "Im Jahr1981 werden Ihre Belange besonders gewürdigt. Er steht unter dem Motto: ‚Internationales Jahr der Behinderten‘."

Hinsehen ergibt sich schnell das alte Leid: Sonderleistungen, die eigentlich keine sind, werden, den Behinderten in einer Form angeboten, die – zumindest in der Sprache – entwürdigend ist. Der DB-Service erschöpft sich, indem an Hand des "Ferienführers für Behinderte" jene der Städtereisen ausgewiesen werden, die über "behindertengerechte Hotels" verfügen. Sie sind mit einem Rollstuhlsymbol bezeichnet. Damit hört der Service auf und das Maßregeln beginnt: "... müssen, schriftliche Anmeldung und Unterkunftsbestätigung durch den Zielort vorliegen." Nach Art von Oberlehrern belehrt der Text: "Eine direkte Anmeldung bei dem evtl. ausgewählten Quartier ist nicht Der Kunde merktsofort: Hier spricht modernes Management – Zielgruppenorientiert. "Ggf. müssen für die Unterbringung in besonderen Hotels am Ort Aufschläge entrichtet: werden." Zusätzliche Vergünstigungen können nicht eingeräumt werden, auch nicht für Begleitpersonen. Besondere Betreuung durch geschultes Personal unterwegs und am Zielort ist ebensowenig möglich.

Es ist sicherlich nicht im Sinne der Behinderten, wenn man ihnen in rührseliger Hilflosigkeit alle Treppen ebnen will, wenn man ihnen eine Reise verkauft, ohne auf die Handicaps aufmerksam zu machen.

Bedauerlich ist, daß ein Staatsunternehmen wie die Bundesbahn allein die Teilnahme an einem Programm schon als besondere Würdigung der Belange von Behinderten darstellt. Leh