DIE ZEIT

Sarajewo am Golf?

Luftangriffe auf Teheran, Bomben auf Bagdad – die Grenzscharmützel zwischen Iran und Irak haben sich zum offenen Konflikt ausgeweitet.

Augsburger Abwegigkeiten

Es wird immer deutlicher: Die katholischen Bischöfe haben sich mit ihrem Hirtenbrief zur Bundestagswahl keinen Gefallen getan.

Schonfrist für Polen

Der unterirdische, plüschgepolsterte Lucerna-Saal am Prager Wenzelsplatz hat eine traurige Berühmtheit. Hier feierten im Spätherbst 1968 sowjetische Besatzungssoldaten und tschechoslowakische Dogmatiker ihr erstes Verbrüderungsfest – mit dem sie sich damals nicht ans Tageslicht wagen durften.

Jenseits von Wahl und Wahlkampf

Eigentlich müßte die Zeit der Wahlkampagne für einen Demokraten eine stimulierende Zeit sein, denn sie gibt dem handelnden Politiker wie dem behandelten Publikum Gelegenheit, über Argumente nachzudenken, Anregungen aufzunehmen, Kritik zu vertiefen.

Zeitspiegel

Das 25jährige Bestehen der Bundeswehr – am 12. November 1955 erhielten die ersten Freiwilligen, ihre Ernennungsurkunden – wird auch kommerziell genutzt.

,,Wir wurden links liegengelassen"

Die DDR hat demonstriert, daß sie von polnischen Zuständen wenig hält. Die Streikaktionen auf dem West-Berliner Bahngelände, für das die DDR-Reichsbahn die Betriebsrechte hat, wurden von Ost-Berlin nur als das Werk von Provokateuren und Terroristen gewertet.

Worte der Woche

"Sie behandelt dabei das Wahlverhalten der Frauen wie eine beliebige Sexfrage, wie Hexensex, alten Chinesen-Sex. Selbstuntersuchungs-Sex, getreu ihrem Wahlspruch, die Sexualität ist Angelpunkt der Frauenfrage.

Südkorea: Ein Märtyrer wider Willen

Man mußte Schlimmes befürchten. Das Todesurteil gegen den südkoreanischen Oppositionsführer Kim Dae Jung war nur noch eine Formsache.

Eine knappe Hälfte der Bundesbürger wird nach den Meinungsumfragen am 5. Oktober Union wählen, eine gute Hälfte Koalition. Auch in Redaktionen gibt es verschiedene Meinungen. Diether Stolze nimmt heute Partei für den Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß: Plädoyer für den besseren Mann

Kann man ihn überhaupt wählen? Das Urteil über ihn steht fest: Er war in Affären verwickelt, hat im Parlament die Unwahrheit gesagt, zieht Vergleiche zwischen linken Literaten und allgemein wenig geschätzten Tieren, schimpft im Wahlkampf auf seine Gegner, weil sie ihm verweigern, was er am meisten begehrt – die Macht.

Kirchensteuer-Streit: Hier Lügner, da Kirchenfeinde?

Nach dem ersten Zorn darüber, daß der Kanzlerkandidat Strauß mit dem Hirtenbrief allerhöchsten Segen für seine Verschuldungsvorwürfe an die Adresse der Regierung erhielt, scheint sich nun bei den Sozialdemokraten Erleichterung darüber einzustellen, wie Strauß daraus Kapital schlagen möchte.

Rüstungsbegrenzung in Europa: Ein neuer Anlauf

Für einen Neubeginn der Abrüstungsdiplomatie zwischen den beiden Weltmächten stehen die Sterne nicht schlecht, seit sich Jimmy Carter entschlossen hat, den Abrüstungsdialog von allen anderen, zumeist vereisten Beziehungen zwischen Washington und Moskau zu separieren.

Eid am Rande des Grabes

Der feierliche Schwur am Sarkophag Atatürks auf dem Hügel über Ankara mit dem Blick über die Weite der anatolischen Hochsteppe ist.

Raketen-Explosion

Bei Wartungsarbeiten. an der Flüssigkeitsrakete in einem Silo nahe Damascus im US-Bundesstaat Arkansas ließ ein Techniker ein schweres Werkzeug fallen.

USA: Fernsehduell

Die TV-Debatte am vergangenen Sonntag war von vornherein durch die Abwesenheit Jimmy Carters abgewertet worden. Der Präsident hatte sich geweigert, gemeinsam mit dem unabhängigen Kandidaten John Anderson vor die Kameras zu treten.

"Das andere Deutschland"

Die Wahl Rüdiger von Wechmars zum Präsidenten der UN-Generalversammlung verkündete Walter Cronkite, Doyen der amerikanischen Nachrichten-Journalisten und -Sprecher, mit folgenden Worten: "Ein ehemaliger Nazi-Offizier steht seit heute an der Spitze der UN-Generalversammlung.

Naher Osten: Vage Drohung

Die Außenminister von 39 islamischen Staaten haben auf ihrer Konferenz in der marokkanischen Stadt Fes beschlossen, eine diplomatische Großoffensive gegen Israel zu eröffnen.

Wahl in Portugal: Auftakt zu neuer Unruhe

Offiziell dauert die Wahlkampfkampagne drei Wochen. Am 14. September schwärmten die Plakatkleber aus, und am 5. Oktober werden 7,16 Millionen wahlberechtigte Portugiesen (nicht gerechnet die ebenfalls zur Wahl aufgerufenen drei Millionen im Ausland) die 250 Abgeordneten der neuen Assembleia da Republica, bestimmen.

Kritik unerwünscht

Der Rektor der Universität Ulm, Professor Detlef Bückmann, entwickelt sich zum obersten Zensor. Schon vor Wochen wollte er die Verteilung eines Info-Blättchens des Son-~~~~~ ~~~~~~~~~~ orthotherapeutische Prozesse" auf die Hochschule beschränken.

KZ Neuengamme: Nicht einmal ein Hinweis

Nur wenige Hamburger wissen, daß auf ihrem Staatsgebiet eines der größten Konzentrationslager der Nationalsozialisten auf deutschem Boden lag: das KZ Neuengamme.

Projekt Europakanal: Eine technokratische Landschaft

Die Aussicht vom Teufelsfelsen nach Norden ist himmlisch: Sanft schlängelt sich die Altmühl in Richtung Donau, gesäumt von Erlen und Eschen, von dichtem Ufergesträuch und satten Wiesen, im Hintergrund die sanften Anhöhen des Oberpfälzer Landes.

Steuerfahndung: Ruppige Methoden

Gerade wollte die Frau des Handwerksmeisters Peter Beck aus der saarländischen Kreisstadt Merzig die Wohnung verlassen, als sie an der Tür auf unerwarteten Besuch traf.

Inflation ohne Bremse

Die ölproduzierenden Länder und die von ihnen erpreßten Entwicklungsländer bereiten beinahe unbemerkt einen Großangriff auf den Internationalen Währungsfonds vor.

Bonner Kulisse

Einige reden nur davon, andere tun es. Gemeint ist das von Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff ins Spiel gebrachte Stichwort "Mehr arbeiten", Gleich zwei Top-Leute des Bonner Verteidigungsministers Hans Apel fangen nun nach Eintritt in den Ruhestand erst so richtig an.

Großbritannien: Rothschild gegen Rothschild

Eintracht, Lauterkeit, Fleiß" heißt der Wahlspruch im Familien Wappen der Rothschilds, deren historischer Name in der internationalen Finanzwelt immer noch Klang hat.

Gewerkschaften: Die Kraftprobe fand nicht statt

Beim "Bunten Abend" konnten die Delegierten ihren Gefühlen einmal freien Lauf lassen. Quizmaster Hans Rosenthal aus Berlin ("Ich bin seit mehr als dreißig Jahren selbst engagierter Gewerkschafter") brachte die Kollegen des 10.

Der Segen der Unmoral

Wir müssen uns von der Vorstellung frei machen, als sei die Wirtschaftswissenschaft in der Lage, den Wirtschaftspolitikern eine detaillierte Blaupause einer Wirtschaftsordnung anzubieten, nach deren Empfehlungen diese dann nur zu handeln brauchten.

MANAGER UND MÄRKTE

Mit verstärkter Kooperation versucht die deutsche Uhrenindustrie, sich gegenüber der billigen Konkurrenz aus dem Fernen Osten zu behaupten.

Panik ist nicht am Platze

Lewinsky: Der Anteil saudi-arabischen Rohöls an der Versorgung unseres Unternehmens liegt bei durchschnittlich ein Viertel. Die Anhebung von zwei Dollar pro Barrel verteuert unsere gesamten Rohölkosten um etwas mehr als einen halben Pfennig pro Liter.

Krieg zwischen Iran und Irak: Die Lunte am Benzinfaß

Was jahrelang nur in Horror-Szenarien vorkam, ist über Nacht Wirklichkeit geworden: In unmittelbarer Nähe der für die Energieversorgung der Welt lebenswichtigen Ölfelder am Persischen Golf rollen Panzer und fallen Bomben.

ZEITRAFFER

Eine positive Konjunkturwende erwartet das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung schon im Laufe des nächsten Jahres. Die Inflationsrate werde von gegenwärtig 5,5 Prozent auf vier Prozent oder sogar darunter sacken – vorausgesetzt, daß die Öl Preissteigerungen 1981 gemäßigt ausfallen.

Hugo ist kein Roboter

Nichts bewegt sich. Zwei fingerdicke Kupferzähne scheinen auf etwas zu lauern – zum "Biß" bereit verharren sie in Augenhöhe des Betrachters.

Wohlstandsstaaten in der Krise: Aus Gefälligkeit ins Chaos

Belgiens Wirtschaftsminister Willy Claes übte wieder einmal Kapitalistenschelte. Als Ziel seiner Kritik hatte sich der 41jährige flämische Sozialist ausgerechnet eines der traditionsreichsten Industrieunternehmen des Landes ausgesucht: die Stahlwerke Cockerill in Lüttich.

US-Investitionen: Klotzen statt Kleckern

Werner F. Zieler hat beim deutschen Elektrokonzern Siemens eine Position, für die es bisher dort kein Vorbild gab. Dem 54jährigen Manager, der Gelassenheit mit Beharrlichkeit verbindet und der sich fast zwanzig Jahre lang in Südafrika und Pakistan für seine Firma abgestrampelt hat, ist nun eine Aufgabe zugefallen, die ebenso aufreibend wie prestigeträchtig ist: Als President der Siemens Corporation, der Dachgesellschaft des deutschen Multi in den USA, soll er das in den vergangenen Jahren sprunghaft gewachsene Geschäftsvolumen seines Hauses auf dem größten Elektromarkt der Welt weiter ausbauen.

Wagnis-Kapital: Mehr Dollar als Ideen

Falsche Bescheidenheit ist nicht die Sache von Charles Sporck: "Dies ist die wichtigste Industrie der USA", sagt er kurz und bündig, "selbst die Regierung in Washington wird das irgendwann herausfinden.

ZEIT spart Geld

Seit der Beurtellung von Anlage Olterten sollte man prüfen ob unabhängige Treuhänder wie Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte mit einer durchgehenden Mittelverwendungskontrolle beauftragt sind.

Borsen-Report: Weit vorgewagt

Ob indessen das Konjunkturbild im kommenden Jahr tatsächlich so aussehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Zweifel sind zumindest hinsichtlich der Wirkung der Steuererleichterungen auf den Konsum angebracht.

Vom Ende der Reformen

In der Bundesrepublik schlägt die Stimmung umdie Lust am Verändern ist verflogen

+ Weitere Artikel anzeigen