"Wie das Leben so spielt – Satiren", von Hugo Wiener. "Als Hugo Wiener kürzlich in Wien seinen 75. Geburtstag feierte, äußerte er sich, er hoffe noch so alt zu werden wie seine Witze sind" (Otto F. Beer, zitiert vom Verlag). Wie alt Wieners Witze sind, weiß der Autor in der Regel geschickt zu verbergen oder vielmehr: er überspielt es brillant. Ein spannendes Spiel: Wer überlebt wen? Wiener die Witze? Die Witze Wiener? Das Prinzip des Autors "Pro Jahr ein Buch" (vergleiche: "Heiterkeit auf Lebenszeit", ZEIT Nr. 47 vom 16. 11. 1978) funktioniert noch immer. Seine Muse kommt äußerst pünktlich nieder (womit nicht gesagt sein soll, sie sei heruntergekommen). Wiener ist so etwas wie ein Otto Reutter in Prosa am Stephansdom; gemütlich philosophiert er über die Ungemütlichkeiten in Welt und "Umwelt". Und manchmal sehr fein: "Mein Glück ist, daß ich Sinn für Humor habe. Leider ist dies der einzige Sinn, der keinen Sinn hat." (Amalthea Verlag, Wien/München, 1980; 280 S., 19,80 DM.)

Hanns-Hermann Kersten