Mit verstärkter Kooperation versucht die deutsche Uhrenindustrie, sich gegenüber der billigen Konkurrenz aus dem Fernen Osten zu behaupten. Jüngster Fall: Deutschlands größter Uhrenhersteller Junghans und die Pallas-GmbH wollen zusammenarbeiten. Pallas ist ein Zusammenschluß mittelständischer Betriebe, die seit zehn Jahren erfolgreich bei Absatz und Produktion kooperieren. Von dem renommierten Unternehmen wollen sie Quarzwerke für Groß- und Kleinuhren guter Qualität beziehen, während Junghans von der Flexibilität der Kleinproduzenten in Marktlücken profitieren will.

Gleichzeitig lösen sich aus der Pallas-Gruppe die Firmen Mauthe und Schatz, die seit einiger Zeit zur VDO gehören. Diese hatte sich mit dem Aufkauf der pleite gegangenen Mauthe AG erst vor zwei Jahren im Uhrengeschäft engagiert. Seit Februar wiederum ist VDO mit der in Paris ansässigen Matra SA liiert, der auch Schweizer Produzenten angehören. Das auf Europa ausgerichtete Matra-Konzept brachte den Konflikt mit Pallas.

*

In den Augen des renommierten britischen Pfeifen-, Tabakwaren- und Feuerzeugherstellers Dunhill sind die deutschen Warenhäuser – trotz der vielfältigen Anstrengungen der Konzern-Zentralen – noch längst nicht so nobel und vornehm, um eine Dunhill-Boutique einbeziehen zu können. Diese Note verteilte jüngst Dunhill-Manager Anthony A. Greener. Doch er macht den Konzern-Herren Mut: In zehn Jahren sei es vielleicht so weit. Eine rühmliche Ausnahme freilich gibt es: Im Berliner KaDeWe werden bereits Dunhill-Produkte feilgeboten.

So wird denn das Londoner Unternehmen, das zur britischen Rothmans-Gruppe gehört, künftig zwei bis drei eigene Läden in Deutschland eröffnen, nachdem schon ein Shop in Deutschland existiert. Für die achtziger Jahre haben sich die Briten viel vorgenommen. Sie wollen zu den wenigen Weltspitzenmarken avancieren. Dabei sollen auch edle Schreibgeräte (Herstellerin: die Dunhill-Tochter Montblanc) und nobel-lässige Herrenoberbekleidung im English Style beitragen. Bereits jetzt werden fast 90 Prozent des umgerechnet 281 Millionen Mark starken Umsatzes außerhalb Großbritanniens erlöst.

Ferdinand Heising, auf Betreiben der Betriebsräte und der Gewerkschaft Bergbau und Energie von der Ruhrkohle AG als Leiter der Schachtanlage "Haus Aden" vom Dienst suspendiert, wird zumindest vorerst nicht auf einer anderen Schachtanlage der Ruhrkohle Dienst tun. Ihm ist vielmehr vom Vorstand eine Position in der Essener Hauptverwaltung angedient worden. Heising war von der IG Bergbau vorgeworfen worden, in einer geschlossenen, Veranstaltung des Verbandes der Führungskräfte der Bezirksgruppe Westfalen die Politik der Gewerkschaft mit der Gleichschaltung im Dritten Reich verglichen zu haben.