Die islamischen Staaten haben Israel wegen der Annexion Ostjerusalems erneut den "Heiligen Krieg" erklärt.

Die Außenminister von 39 islamischen Staaten haben auf ihrer Konferenz in der marokkanischen Stadt Fes beschlossen, eine diplomatische Großoffensive gegen Israel zu eröffnen. Sie wollen bei der UN-Vollversammlung einen Antrag auf Ausschluß Israels einbringen. Außerdem dringen sie darauf, daß sich die gesamte islamische Welt dem Boykott gegen Israel anschließt.

Einen Vorsatz konnte die Islamische Konferenz nicht verwirklichen: Der "Heilige Krieg" sollte nicht nur verkündet, sondern konkret geplant werden. Das Vorhaben scheiterte jedoch daran, daß die Konferenz – ebenso wie das Treffen von Bagdad 1979 – sich in zwei Lager spaltete.

Syrien und die PLO verfochten eine harte Linie. Sie plädierten für eine "Generalmobilmachung", für die Einrichtung von Rekrutierungsbüros für freiwillige Kämpfer und für ein Ölembargo gegen Israel und seine Verbündeten.

Die gemäßigten Länder, die von Saudi-Arabien, Marokko und Senegal angeführt werden, konnten sich jedoch gegen diese Forderungen durchsetzen. Das Abschlußkommuniqué verpflichtet, die Könferenzstaaten nur zum "Heiligen Krieg", der vage als Widerstand in allen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Kultur zu verstehen ist.

-rl