Nach dem Fall der Preiskontrollen wird in den USA allerorten nach Öl gebohrt

/ Von Jes Rau

Selbst während der Fahrt im Auto ist kein Entkommen vom Geschäft mit Öl und kein Wenn James Gehr auf Achse ist, krächzt es ständig in der Funksprechanlage seines Jeeps: Mal hat der Vorarbeiter einer Bohrmannschaft eine wichtige Information für "Jim" über den Stand der Bohrarbeiten in einem Waldgebiet, mal meldet sich der Geologe mit den jüngsten Daten, die sich bei den Vorbereitungen zur Sekundärförderung einer Gasquelle ergaben. Dann weist ein Ingenieur auf Probleme hin, die durch Feuer in einer Gaskompressoranlage entstanden sind. Schließlich erinnert der für die Finanzen zuständige Vizepräsident an ein Treffen mit Investoren.

Während er den Stimmen aus dem Lautsprecher lauscht und Weisungen ins Mikrophon spricht, genießt Gehr die Landschaft, die am Autofenster vorbeizieht. Abseits der Autostraße Interstate 79, die West Virginie durchschneidet, wird es bergig. Schmale, kurvenreiche Landstraßen führen durch verlassene Täler. Ab und zu Bauernhöfe, die einen ärmlichen Eindruck machen.

In dieser Region der Appalachen betreibt James Gehrs Allegheny Land & Mineral Company 670 Erdgas- und Ölquellen. In jedem Jahr läßt die Firma achtzig bis neunzig neue Bohrungen niederbringen. Finanziert wird dies durch "Partniederbringen. aus in- und ausländischen Investoren.

Mehr als achtzig Prozent der Bohrungen sind normalerweise erfolgreich. Das ist kein Wunder. Gehr und seine hundert Mitarbeiter sind nämlich keine "wildcatter", keine ölpioniere vom Schlage des jungen H. L. Hunt oder des jungen Getty, die nach ganz neuen Ölfeldern suchten. Vielmehr haben sich die Leute vom Schlage eines James Gehr auf sogenannte Entwicklungsbohrungen spezialisiert, Bohrungen in der Nähe bestehender oder versiegter Quellen. Die Gefahr einer Fehlbohrung ist hier sehr gering. Dafür sind aber auch die zu erwartenden Fördermengen in vielen Fällen sehr bescheiden.

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