Wer Schmuck im Ausland kauft – vermeintlich billiger als daheim –, muß oft im nachhinein teuer dafür bezahlen: Immer häufiger werden Kunden zwischen Fernost und Feuerland von einheimischen Händlern geneppt und betrogen.

Eine Hamburger Stewardeß fiel aus allen Wolken, als sie feststellen mußte, daß das in Bangkok gekaufte weißgoldene Collier mit Rubinen und Saphiren weniger als ein Viertel wert war; und ein Hamburger Rechtsanwalt hatte gar für synthetische Steine im Wert von 150 Mark in Fernost 160 000 Mark gezahlt, weil man sie ihm als "Brillanten" aufgeschwatzt hatte.

Mondsteine, Rubine, Saphire, Silber. und Kleinodien aus Gold, sie sind – bis auf die Massenware Mondstein – meist gefälscht. Die Neppquellen: Bangkok, Colombo, Hongkong, Singapur, Afrika und Südamerika.

Um ihre Kunden wenigstens etwas abzusichern, bietet die TUI ihren Urlaubern in bestimmten Geschäften eine Echtheitsgarantie an – so etwa beim Juwelier Venus in Bangkok; oder beim Perlen-Fachmann Voll in Hongkong.

Schmuckfälscher sind oft wahre Künstler; Da gibt es im Fernen Osten eine große Menge von Korunden, die synthetisch herstellt werden für Präzisionsinstrumente. Der Abfall gelangt auf Umwegen nach Indien, wo er dann als "echter" Rubin und Saphir verhökert wird. In Bangkok faßt man schlichtes 230er Gold als 750er Ware, in Singapur lagern verfälschte Markenuhren: falsches Gehäuse, falsche Armbänder, billige Originalwerke. Händlergewinn: über 50 Prozent. Gelackt sind oft Opal-Käufer: Meist erstehen sie nur eine billige Opal-Triplette statt eines Solid-Opals. Diese Tripletten bestehen aus einer Unterschicht aus Opal-Muttergestein oder Achat, dazwischen eine echte Opalschicht, allerdings nur. Bruchteile von Millimetern dünn und darüber Plastik. Herkunft: Australien.

Aus Südamerika kommen "braune" Topase, die aber für den Fachmann Citrine sind – trotz ihrer Benennug in "Gold-, Rauch-, Madeira- oder Palmyra-Topas". Echte Topase schimmern meist blau und sind aus einem ganz anderen Material als ihre unechten braunen Brüder, die aber an Unwissende teuer verkauft werden.

Oder Perlen: Ob Zuchtperle oder nicht, eine starke Schicht macht ihren Wert aus. Und nur die wertvollen passieren die strengen Kontrollen des japanischen Export-Kontroll-Büros. Eine echte Perle an den Zähnen gerieben – schmeckt "unangenehm" auf dem Zahnschmelz, eine unechte gleitet "glatt" über den Zahn.