Mit einem „Unentschieden“ endete nach weithin übereinstimmendem Urteil das erste Fernsehduell der Präsidentschaftskandidaten im amerikanischen Wahlkampf.

Die TV-Debatte am vergangenen Sonntag war von vornherein durch die Abwesenheit Jimmy Carters abgewertet worden. Der Präsident hatte sich geweigert, gemeinsam mit dem unabhängigen Kandidaten John Anderson vor die Kameras zu treten.

Bei dem einstündigen Streitgespräch verkündeten John Anderson und der republikanische Präsidentschaftskandidat Ronald Reagan Ansichten, die sie schon im Vorwahlkampf um die Präsidentschaft immer wieder geäußert hatten.

Reagan wiederholte seine Forderungen nach drastischen Steuersenkungen, verstärkter Aufrüstung und einer Energiepolitik ohne hemmende Auflagen für die Öl- und Kernkraftindustrie.

Anderson hingegen plädierte für staatliche Programme zur Erneuerung der amerikanischen Großstädte, für größere Anstrengungen zum Umweltschutz und gegen das Kernstück der amerikanischen Rüstungsanstrengungen, das mobile MX-Raketensystem.

Ob es im amerikanischen Wahlkampf zu weiteren TV-Debatten der Kandidaten kommen wird, steht im Augenblick noch dahin. Jimmy Carter lehnt es nach wie vor ab, im Fernsehen mit John Anderson zu debattieren; er möchte eine Aufwertung des unabhängigen Bewerbers, der ihn bei der Wahl am, 4. November Stimmen kosten kann, auf jeden Fall verhindern. Reagan aber besteht auf einer Beteiligung Andersons an den Fernsehdiskussionen. -hl