DIE ZEIT

Wolken aus dem Orient

Zwei Wochen nach dem Ausbruch des irakisch-iranischen Krieges im Zentrum der wichtigsten Ölregion der Erde gibt sich der Westen gelassen.

Die Bombe vor der Wahl

Die Wahnsinnstat auf der Münchener Oktoberwiese hat. die Bonner Regierenden und die führenden Männer der Opposition am Dienstag dieser Woche zu kurzem Gedenken an die Opfer vereint.

Worte zur Wahl

"Gegenwärtig bin ich der leitende Angestellte der Bundesrepublik Deutschland, und alle vier Jahre haben wir eine Generalversammlung, wo einige 30 Millionen wahlberechtigte Bürger darüber, abstimmen, ob ihr Unternehmen einigermaßen anständig geführt ist oder ob es unzureichend geführt worden ist.

Ein Bundeskanzler für schweres Wetter

Am kommenden Sonntag muß der bundesdeutsche Wähler die simple Frage beantworten, wer die nächsten vier Jahre in Bonn regieren soll: eine SPD/FDP-Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt oder eine CDU/CSU-Regierung unter Bundeskanzler Franz Josef Strauß.

BONNER BÜHNE: Scherben vom Wahlkampf

"Niemand hat behauptet, daß die SPD dem Nationalsozialismus nahegestanden habe! Jedoch die Diskussion über die Tatsache, daß im Faschismus wie im Nationalsozialismus starke sozialistische Grundideen stecken, muß geführt werden.

Italien: Suche nach dem Gleichgewicht

Von über dreißig Abgeordneten der Koalitionsparteien im Stich gelassen, ist die Regierung des Christdemokraten Cossiga gestürzt worden und Italien in seine vierzigste Regierungskrise der Nachkriegszeit geraten.

Polen: Erste Machtprobe

Die neuen, unabhängigen Gewerkschaften haben für diesen Freitag zu einem einstündigen Warnstreik aufgerufen. Zu dieser Warnstreik Kampfmaßnahme greifen sie, Weil die Regierung ihre Lohnzusagen nur zögernd erfülle.

China: Maos Witwe vor Gericht

Aus der "Viererbande" ist eine "Zehnerclique" geworden: Die 1976 entmachteten Ultralinken um Maos Witwe Jiang Qing kommen zusammen mit sechs Anhängern des 1971 gestürzten chinesischen Verteidigungsministers Lin Biao vor Gericht.

Kräftevergleich Irak-Iran: Kein Blitzkrieg am Golf

Der begrenzte Krieg mit örtlich klar bestimmbaren Zielen, die schnell erobert und dann über längere Zeit verteidigt werden können, kann als Instrument der Politik dienen – vorausgesetzt, er führt rasch zum beabsichtigten Erfolg.

Mit der S-Bahn nach Potsdam?

Als der Streik der West-Berliner Reichsbahner bereits zusammenbrach, da tat der Regierende Bürgermeister Stobbe vor Journalisten kund, daß auch politisch alle Signale auf Rot stehen: "Die Pflöcke, die da eingerammt sind, werden alle noch die, gleiche Position haben wir vorher, wenn sich der Nebel über den aktuellen Ereignissen gelichtet hat.

Stunde für Big Benn

Der 79. Parteitag der Labour Party wird nicht als der glücklichste in die Geschichte eingehen. Das soll nicht heißen, er sei auch der undemokratischste gewesen.

Wahlkampf in Frankreich: Ein Spaziergang für Giscard?

Nun sind die Straßen wieder verstopft, freie Parkplätze sind rar, in der Metro herrscht das gewohnte Gedränge. "La rentrée" nennen die Pariser das Ende der Ferien, die Rückkehr auch zum politischen Alltag.

Umweltskandal: Dünger aus der Kläranlage

Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Hans-Otto Bäumer (SPD) läutet die Alarmglocke, seit aktenkundig ist, daß Klärschlamm mit zu hohen Anteilen an giftigen Schwermetallen wie Cadmium, Nickel und Blei von 58 Kläranlagen im bevölkerungsreichen Bundesland als Dünger an die Landwirte abgegeben worden ist.

Kunstpreis: Reine Werbung

Den nehm’ ich", soll Joseph Beuys gesagt haben. Vor ihm hatten Henry Moore, Max Ernst, Alexander Calder und Victor Vasarely den Kunstpreis der Stadt Goslar, den Kaiserring, "genommen".

Einfach abgesetzt

Die Atmosphäre beim samstäglichen Frühstück in der Bayerischen Staatskanzlei war eisig: ein Händedruck, ein starrer Blick, und schon gingen die Kontrahenten zur Tagesordnung über.

Anwälte: Anzeige für Teufel

Der Untersuchungshäftling im Hochsicherheitstrakt der Strafanstalt Moabit schien wenig erfreut über die publizistische Unterstützung, die ihm unerwartet zuteil geworden war.

"Vampir"-Prozeß: Keine Panne

Der Vorsitzende der 29. Strafkammer beim Landgericht Frankfurt, Dr. Heinrich Gehrke, hatte den Bedarf richtig eingeschätzt, als er für die Behandlung der Strafsache 91 JS 2267/79 29 KLS den Saal 165 c bestellte, wenn er jetzt, seit dem 22.

Kirchenbesetzung: "Intellektuelle Beihilfe"

Wenn es nach dem Präsidenten des Kirchenamtes der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Horst Goldner, geht, dann sollen mehrere seiner Pastoren für den Monat Oktober jeweils 1200 Mark weniger Gehalt bekommen.

Wer steht hinter den Parteien?

Was sie wollen, rufen die Plakate seit Wochen Von allen Litfaßsäulen, haben die Redner in den Festsälen wie in den Gasthöfen verkündet, Broschüren und Faltblätter, in Massen versichert.

"Totale Herausforderung"

Wenn es nach dem Verlag Fritz Molden geht, dann platzt zu Beginn der Frankfurter Buchmesse Mitte nächster Woche eine publizistische und – wie man dort offenbar annimmt –politische Bombe, die nicht nur den Buchmarkt erschüttert.

Teuer, irreführend, austauschbar

Eine Firma macht mobil: "Wer eine japanische Vormacht verhindern will, der muß VW kaufen. Weil allein das Volkswagenwerk als größtes Autounternehmen Deutschlands auch den Vorstellungen der meisten deutschen Verbraucher entspricht.

Über den Löffel balbiert

Sollen, außer den versicherungspflichtigen Angestellten und Arbeitern, auch Beamte und Selbständige zu den Kosten der Arbeitsmarktpolitik beitragen? Einen entsprechenden Vorschlag hat Bundesarbeitsminister Herbert Ehrenberg gemacht – und sich dabei arg den Mund verbrannt.

Bonner Kulisse

Im Gefühl, daß die Machtverhältnisse im neuen Bundestag kaum anders sein werden als im alten und daß noch nicht einmal ein anderer Bundestagspräsident gewählt werden muß als der jetzige (Richard Stücklen, CSU), hat Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff bereits in diesen Tagen einen der Dollpunkte der künftigen Koalitionsverhandlungen markiert: keine Rückkehr zur bruttolohnbezogenen Rente.

Die Bonner Torjäger

Gerhard Stoltenberg, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und Kandidat des Hauptkandidaten Franz Josef Strauß für den Posten des Vizekanzlers, frohlockt.

Aufs falsche Pferd gesetzt

Seit Mittwoch vergangener Woche wissen die Japaner, daß sie bei der Ölversorgung auf das falsche Pferd gesetzt haben. Die Iraker haben die Ölverschiffung aus den Häfen des Persischen Golfs vorerst eingestellt, noch schlimmer für Japan: Tokio hatte fest damit gerechnet, daß der Iran seine Öllieferungen nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im November wieder aufnehmen würde.

Planspiel für den Krisenfall

Am Mittwoch dieser Woche spuckten die Fernschreiber bei den Gesellschaften in aller Welt einen Text aus, der von der Internationalen Energie Agentur (IEA) in Paris kam.

Renault – American Motors: Trikolore am Kühler

Das waren noch glorreiche Zeiten, als American Motors seinen "Rambler" baute. Von diesem Kompaktauto, das sich deutlich von den chromschnäuzigen und heckflossigen Ungeheuern der damaligen amerikanischen Blechfauna durch seine fast europäischen Abmessungen abhob, konnte das Unternehmen in den fünfziger Jahren zeitweise jährlich über eine halbe Million Stück verkaufen.

Zeitliches aus Europa: Brüsseler Spitzen

Ein irischer Journalist mit dem Blick für das Wesentliche hat die Frage, warum es beim Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft so schön ist, mit der lapidaren Feststellung beantwortet: "It’s the cheapest bar in town.

Auf dem absteigenden Ast

Oppenländer: Die Institute werden ihr gemeinsames Herbstgutachten am 27. Oktober veröffentlichen. Sie werden dabei stets eine nüchterne Analyse der wirtschaftlichen Situation an Hand aller verfügbaren Daten vornehmen.

MANAGER UND MÄRKT

Jüngere Verbraucher zwischen Anfang 20 und Mitte 30, relativ gut verdienend, modisch, Leute, die sich gern amüsieren und auch ganz gern Trendsetter sind – das ist die Zielgruppe, die sich Dieter von Specht, Chef der Hamburger BAT-Cigarettenfabriken, für eine Neueinführung ausgewählt hat.

ZEITRAFFER

Die Lebenshaltungskosten steigen in großen Teilen der Bundesrepublik nur noch langsam. Im September stiegen die Preise in Baden-Württemberg und Hessen sogar mit einer Rate unter fünf Prozent.

Knapp die Hälfte ist organisiert

Über Mangel an Zulauf können sich die deutschen Gewerkschaften in den letzten zehn Jahren nicht beklagen. Insgesamt haben sich 9,4 Millionen Arbeitnehmer, das entspricht rund 43 Prozent aller Beschäftigten, einer gewerkschaftlichen Interessenvertretung angeschlossen.

Spaziergänger mit Rucksack

Im März 1980 gab Franz Josef Strauß dem französischen TV-Journalisten Bernard Volker ein Interview zur – gerade verbotenen – neonazistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann".

Wie sicher ist Deutschland?

Terrorismus und Innere Sicherheit: Die streitbare Demokratie nach einem Jahrzehnt sozial-liberaler Koalition

Die tausend Zungen der Theorie

Die Frage nach dem Ursprung des Terrorismus läßt die Republik nicht los. Doch noch immer stehen die Ergebnisse einer vom Bundesinnenministerium bestellten Studie aus.

Europäische Gemeinschaft: Kahlschlag in Brüssel

Ohne viel Federlesens kam Manfred Lahnstein, wie gewohnt, direkt zur Sache. Der vorliegende Haushaltsvorentwurf, beschied der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium vor einer Woche in Brüssel seine Kollegen im Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft, sei "recht üppig" ausgefallen und entspreche "kaum der wirklichen Lage" der EG.

Leyland: Rettung durch Roboter

British Leyland (BL) tritt an zum come back. Mit dem neuen Kleinwagen Mini Metro, der jetzt vorgestellt wurde, hat das ausgezehrte Staatsunternehmen zum erstenmal seit vielen Jahren etwas wirklich Neues zu bieten.

Zeit spart Geld

Seit dem 1. Oktober 1980 bietet der Bund die Serie 9 seiner Bundesobligationen an. Ihr Nominalzins beträgt 8,25 Prozent und bringt bei einem Ausgabekurs von 99,20 Prozent eine Rendite von 8,45 Prozent Die bisher verkaufte Serie 7 rentierte sich zuletzt mit 7,75 Prozent.

Börsen-Report: Totale Verwirrung

In den letzten Tagen sind die Zinsen auf dem deutschen Kapitalmarkt weiter gestiegen. Großanleger erhalten für festverzinsliche Titel mit zehnjähriger Laufzeit bereits Renditen von 8,65 Prozent geboten.

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