DIE ZEIT

Bildungsseite der ZEIT

Warum gerade jetzt? Weil wir an einer Wende angekommen sind. Wurde in den sechziger Jahren mit dem Kriegsruf "Auf zur Bildungsexpansion" und "Bildung ist Bürgerrecht" das Jahrzehnt der Reformen eingeleitet, so erleben wir nun die Reaktion auf jene Zeit der Reformenschwemme, die sich weit stärker auf die quantitative als auf die qualitative Komponente konzentriert hat.

Gewitterwolken aus Gera

Erich Honecker hat in Gera eine massive Breitseite gegen die Bundesrepublik abgefeuert. Dahinter war freilich das Grollen von Kanonen viel größeren Kalibers zu vernehmen.

Türkische Ruhe

Die Terroristen schießen immer noch selten, und die Henker der Generäle haben ihre ersten beiden Exempel per Strick statuiert – es ist weiter ruhig in Ankara, vier Wochen nach dem Putsch.

Wirrwarr am Golf

Die Gewichte im Mittleren Osten haben sich fast über Nacht von Grund auf verschoben. Es ist schwindelerregend, mit welcher Umdrehungsgeschwindigkeit die Weltgeschichte sich fortbewegt.

Parteitag der Konservativen: "Eiserne Lady mit Kummerspeck"

Beinahe in voller Länge werden britische Parteitage der Öffentlichkeit live im Fernsehen dargeboten. Das pflegt einen Unmittelbaren, und in der Regel positiven Effekt auf die nächsten Umfrageergebnisse zu haben: Die langen Stunden, in denen die Parteiprominenz sich dem breiten Publikum vorstellen darf, zahlen sich aus.

Worte der Woche

"Ich weiß, daß für viele in Deutschland das Wort ‚Revolution‘ einen schlechten Klang hat. Viele verstehen unter Revolution Terrorismus.

Zeitspiegel

Mit Kritikern der nachrevolutionären Entwicklung verfährt Nicaragua – entgegen allen Beteuerungen rechtsstaatlicher Praxis – ausgesprochen drastisch.

Lorenz-Drenkmann-Prozeß: Eine große, eine bittere Stunde

Wenn es große Stunden geben kann im Leben eines Strafrichters, dann müssen es wohl zugleich Stunden der Bitternis sein. Strafen ist schwer, und Freisprechen in einem Fall, wo die Schuld an einem schweren Verbrechen greifbar nahe zu liegen scheint, kaum minder.

"Irgendwann ist es mal zuviel"

Biste öoch ausm Westen? Noch mal billig in de DDR jekommen", fragte mich der Junge, der an einer Autobahnausfahrt in Richtung Dresden am letzten Sonntag selbstgesuchte Pilze verkaufte.

Werben um die Freien Demokraten

Bereits 1983 findet Walther Leider Kiep, der neue Kanzlerkandidat der CDU/CSU, mit einem Koalitionsangebot bei der FDP durchaus keine tauben Ohren.

Die FDP nach ihrem Wahlerfolg: "Kein Übermut" lautet die Devise

Eigentlich habe man eine "moralische Aufrüstung" geplant, nun sei es eine Art "Erntedankfest" geworden. Die locker-ironische Etikettierung hat Hans-Günther Hoppe in Umlauf gesetzt, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, immer gut für ein Bonmot, und gemünzt war sie auf das Treffen ihrer Alt-, Uralt- und Neuparlamentarier, zu dem die FDP am Dienstag nach Bonn geladen hatte.

Türkei: Das Militär wahrt die Symmetrie

Statt dessen sind alte Probleme akut geworden: Kurden und Armenier nehmen den Guerillakampf für ihre Autonomie wieder auf. Dagegen stellte eine Flugzeugentführung am Anfang dieser Woche ein Novum dar.

Afghanistan: Schandmale des Krieges

Die englische Zeitung Guardian veröffentlichte am Montag dieser Woche den Erfahrungsbericht einer Krankenschwester, die vier Jahre lang in einem Kabuler Militärhospital gearbeitet hat.

BONNER BÜHNE: Kleine Aufregung am Rande

War überhaupt was? Friedliche Tage herrschen wieder in Bonn, so still wie die herbstliche Natur. Die Aufregungen und das Getöse der Wahlnacht sind nur Episode gewesen.

Spanische Außenpolitik: Im Slalom durch die Welt

Die Szene war typisch: Auf dem Rednerpodium des Madrider Palacio de Congresos erschien am 9. September nicht, wie erwartet, Spaniens Außenminister Marcelino Oreja, der die Delegationsmitglieder dieser dritten KSZE-Vorbereitungskonferenz fast alle aus langwierigen Vorgesprächen kannte.

Protest in Paris: Ein Marsch der Scham

Wann gab es in Frankreich je eine solche Demonstration der Eintracht? Zwischen "Nation" und "République", seit jeher Ausgangs- und Endpunkt großer Massenaufmärsehe, bewegte sich ein Heer von Menschen, diszipliniert vereint hinter der Parole: Das alte Gespenst des Rassenhasses darf nicht wiedererstehen.

Lachender Dritter?

Wie ungleich die Bilder sind: Noch vor drei Wochen saß Israel auf der Sünderbank. Keiner, selbst aus dem Lager der westlichen Freunde nicht, hielt mit seiner Kritik an Begins mangelnder Friedensfähigkeit hinterm Berge.

Der Kampf um New York

Die Ergebnisse der neuesten Meinungsumfragen unter amerikanischen Wählern bereiten Carters Wahlstrategen zunehmend Kopfzerbrechen.

Tibet: Wer warten kann, wird siegen

Die Welt muß mit einer kleinen Sensation weniger auskommen – vorerst zumindest. Denn die für November/Dezember geplante Reise des Dalai Lama nach Tibet wird nicht stattfinden.

Tokio-Moskau: Der "Pate" taucht fürs Vaterland

Die Reporter lassen sich kein Detail entgehen, die Beamten in Tokios Außenministerium verhehlen ihre Schadenfreude nicht, die Sowjets sind verärgert – und Japans "reichster Faschist", wie sich der 81jährige Ryoichi Sasakawa selbst nennt, beutet einen gelungenen Coup patriotisch aus.

Ein Toter vor Gericht

Mao hatte es kommen sehen. Kurz vor seinem Tod, im Juni 1976, warnte er Jiang Qing, seine Weggefährtin aus vier Jahrzehnten, vor den Gefahren des Machtkampfes, der nach seinem Ableben in der Volksrepublik China ausbrechen würde: "Du kannst den Gipfel erreichen.

Pekinger Enten

Falschmeldungen sind wie Fliegen in der Bouillon": So das neue Leitmotiv der Zeitung mit der größten Leserschaft der Welt.

Trauerverbot für Chinesen

Nach der Trauerfeier sagte Yao Wenyuan: "Macht Schluß mit Berichten über die Trauer." (Die amtliche Nachrichtenagentur) Xinhua mußte einen für die Veröffentlichung am 16.

Hilde wirbt mit Puppen

Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, werben Sex-Shops mit grellen Farben. Nebenan garantiert ein Tanzcafé das "Paradies, in dem jeder Adam seine Eva findet".

Radikale Lehrer: Freiheit der Kunst?

Es war nicht das erste Mal, daß der Hamburger Volks- und Realschullehrer Hans-Peter de Lorent zu einem Gespräch in die Schulbehörde der Hansestadt Hamburg gebeten wurde.

Hamburger Szene: Ein Hauch von Nostalgie

Ach Gott, zehn Jahre ‚Onkel Pö‘", seufzt wehmütig der Veteran und stützt die Ellenbogen, auf die Theke. Mit rauher Stimme erzählt er zwei blutjungen "newcomern" von "den Anfängen".

Berliner Zeitungsmarkt: Böser Pressekrieg

Der Pressekrieg um den Abend ist in Berlin jetzt erst richtig entbrannt. Seit diese ehemalige, heruntergewirtschaftete Mittagszeitung von dem persischen Kaufmann Hossein Sabet gekauft und zu einer Morgenzeitung umgestaltet wurde, versuchen die Konkurrenten des Abend dem Blatt und seiner neuen Mannschaft bei jeder sich bietenden Gelegenheit Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Autobiographie: Kehre eines Kommunisten

An Beichten von Exkommunisten mangelt es nicht – erinnert sei nur an "Ein Gott, der keiner war" (mit Beiträgen von Silone, Gide, Spender und anderen) oder "Das Ende einer Utopie" (mit Essays von Kantorowicz, 2werenz, Carola Stern und anderen).

Biographie: Der römische König

Als Herrscher zwischen Mittelalter und Neuzeit ging Maximilian I. (1459–1519) in die Geschichte ein. Er war der Sohn eines schwachen Kaisers, (Friedrich III.

Auf der Suche nach der Macht

Nicht umsonst zählt das amerikanische Präsidentenamt zu den faszinierendsten Objekten für alle, die glauben, daß Männer Geschichte machen.

Aufstand der Konsumenten

König Kunde ist im allgemeinen ein träger Monarch, der nur selten von seinen absoluten Rechten wirkungsvoll Gebrauch macht. In Frankreich und Italien aber sind die Verbraucher endlich einmal aufgewacht.

Ladenschlußgesetz: Zementierung?

Der neue Vorstand der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) reagiert prompt: Kaum vier Wochen nach dem jüngsten Gewerkschaftstag packen Günter Volkmar und seine Mannen ein Thema an, bei dem die Gewerkschaftsreihen so geschlossen sind wie sonst nicht immer: die tarifvertragliche Zementierung des Ladenschlußgesetzes.

Embargo: Lange Bank

Geheimnisumwittert waren die Gespräche, die der Wirtschafts- und der Verteidigungsausschuß des Bundestages in der vergangenen Woche über die Verschärfung der Embargomaßnahmen gegenüber der Sowjetunion geführt haben.

Konzertierte Aktion: Klein, aber fein

Soll man sie wieder zum Leben erwecken, die Konzertierte Aktion? Die Idee ihres Gründers, des damaligen Super-Wirtschaftsministers Karl Schiller (SPD), war bestechend: Gewerkschaften, Unternehmen und Regierung sollten darüber diskutieren, wie wirtschafts- und gesellschaftspolitischeProbleme gelöst werden könnten.

Bonner Kulisse

Noch immer meinen sowohl wichtige Akteure als auch einige Beobachter der Bonner Szene, daß die FDP, gestärkt durch das Labsal eines zweistelligen Stimmenanteils bei der Bundestagswahl, mehr Regierungsmacht verlangen werde, auch wenn sie auf ein zusätzliches Ministeramt von vornherein verzichtet hat.

Vereinigte Staaten von Amerika: Wenn der Zins die Stimmung drückt

Lob und Preis kam von allen Seiten, als der damals frisch ernannte Zentralbankchef Paul A. Volcker im Oktober vergangenen Jahres die große Wende in der amerikanischen Geldpolitik verkündete: Anstatt wie bisher die Zinsen zur Steuerung der Wirtschaft zu benutzen, würde die Federal Reserve von nun an nach Monetaristenart das Geldmengenwachstum regulieren und die Zinsen freier schwingen lassen.

Großbritannien: Die Krauts kommen

Fast zwei Wochen lang sollte im September der Verbrauchermarkt Sava-Centre in Gillingham in Kent Delikatessen aus deutschen Landen in besonders prominenter Darbietung und besonders preisgünstig feilhalten.

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