Politik

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DIE ZEIT

Einheit oder Erfolg

Sechs Monate sind es noch bis zu den französischen Präsidentschaftswahlen, doch die Zahl der Kandidaten hat das Dutzend bereits überschritten, Zu ihnen möchte sich jetzt ein Mann gesellen, auf dessen Entscheidung man lange gewartet hat: Michel Rocard, der Kronprinz der Sozialistischen Partei.

Abschied von teuren Träumen

Einer Bundesregierung der Unionsparteien fiele es heute sicher leichter als dem dritten Kabinett Schmidt, die Grundübereinstimmung für eine Kurskorrektur auf wichtigen Gebieten der Innenpolitik vorzubereiten.

Polens Bürgerkönig

Während der Außenminister-Konferenz des Warschauer Paktes ehrte der Danziger Arbeiterführer Lech Walesa in Südpolen einen antirussischen Nationalhelden im Range eines amerikanischen Brigadegenerals.

Diktatur des Proletariats

Der normale Zeitgenosse, hört er den Begriff "Diktatur des Proletariats", denkt an Ljubljanka und Bautzen, an Staatssicherheitsdienst und KGB.

Zeitspiegel

Die Sieben-Kinder-Ehe, auch in früheren Zeiten schon als Tugend volksbewußter Deutscher angepriesen, hat einen prominenten Befürworter gefunden: Bundespräsident Karl Carstens beklagte, daß er so wenige Ehrenpatenkinder hat.

Worte der Woche

"Wenn die Behörden uns weiterhin die Registrierung unserer Gewerkschaften verweigern und den Zugang zu den Massenmedien versagen, werden wir zu anderen Aktionsformen übergehen, um unsere Sache zu verteidigen.

Der amerikanische Wahlkampf treibt einem Höhepunkt zu. Das Teheraner Geiseldrama, die Fernsehdebatte zwischen Jimmy Carter und Ronald Reagan und der Streit über Krieg oder Frieden bestimmen die Auseinandersetzung um das Präsidentenamt: Ronald Reagan mit Olivenzweig

Hoch lodern die Flammen in den herbstlichen Nachthimmel, und die Funken stieben gefährlich nahe über die schweigende Menge. Weihestimmung breitet sich aus: Ronald Reagan hat den Scheiterhaufen angezündet, zum "Siegesfeuer", wie der Rektor seiner Alma mater überschwenglich verkündet.

Geiseldrama: Hilft Carter Chomeini?

Ergreift die Regierung Carter für den Iran Partei, um die Geiseln nach Hause zu bringen, möglichst noch vor den Präsidentschaftswahlen am 4.

Portugal: Soares im Abseits

Hat eine einzige unbedachte Handlung genügt, den Ausgang der portugiesischen Präsidentschaftswahlen vorzeitig zu entscheiden? Diese Frage schwirrt durch das wie immer klatschsüchtige, aufgeregte Lissabon, seitdem Portugals Sozialisten-Chef Mario Soares eine neue Krise provoziert hat.

Zum Tode von Luigi Longo: Späte Einsicht

An seiner Bahre trauerten einträchtig Christdemokraten und Sowjetbürger: Luigi Longo, der Nachfolger Togliattis und Vorgänger Berlinguers an der Spitze der italienischen Kommunisten, war für den christdemokratischen Parteisekretär Piccoli "eine Hauptfigur des antifaschistischen Befreiungskrieges"; für das Moskauer Zentralkomitee ein "konsequenter internationalistischer Kommunist" – ein ganz "echter" sogar, wie Boris Ponomarjow, der zum Begräbnis vergangene Woche nach Rom geeilt war, nicht ohne anzügliche Seitenblicke betonte.

Italien: Langlebige Regierung

Mit etwas breiterer Basis versucht Italiens neuer Regierungschef Arnaldo Forlani sein Glück. Zum erstenmal hat die Democrazia Cristiana ihren Koalitionspartnern genau die Hälfte der 26 Ministersessel zu überlassen.

Griechenland: Wieder dabei

Mit der Wiedereingliederung Griechenlands in das westliche Verteidigungshündnis sind allerdings die Sicherheitsprobleme an der Nato-Südflanke noch nicht gelöst.

Ein "Mann des Rechts"

As ein "Mann des Rechts" trat Ehard sein Amt an, nachdem ihn der Landtag im Dezember 1946 zum Regierungschef gewählt hatte, übrigens mit mehr Stimmen von der SPD als von der eigenen Partei, der damals noch heftig zerstrittenen CSU.

BONNER BÜHNE: Die Seelenlage der Union

Klassisch schön laufen die Nachwahlrituale ab. Die Koalitionspartner tasten sich auf Stärke und Waffen ab. Genscher warnt die "Linken", Brandt die FDP vor zuviel Begehrlichkeit.

AWACS: Auge am Golf

Aus der Sicht der iranischen Regierung haben die Vereinigten Staaten mit dem Angebot, Saudi-Arabien vier Radarflugzeuge des Frühwarn- und Aufklärungssystems AWACS (Airborne Wartung and Control System) zu liefern, ihre Neutralität im Krieg am Golf aufgegeben.

Wolfgang Ebert: Persischer Stil

Während seines Besuches bei den Vereinten Nationen in New York empfing der persische Ministerpräsident Rajai den amerikanischen Außenminister zu einem Geheimtreffen, um das Muskie dringend gebeten hatte.

Papstbesuch: Fragen an die Kardinäle

Nur der Beton ist nicht neu, den Papst Johannes Paul II. am Köln-Bonner Flughafen küssen wird, wenn er am 15. November seinen Besuch in der Bundesrepublik beginnt.

Nach dem S-Bahn-Streik in West-Berlin: Die ungeliebte Reichsbahn

Mit starken Worten war das DDR-Außenministerium gleich zur Hand: "Betriebsgefährdung" und "umfangreiche vorsätzliche Beschädigungen" und "verbrecherischer Anschlag" – der östliche Protest stilisierte die Tat jener Rowdys, die in der vorigen Woche in West-Berlin den S-Bahnhof Staaken verwüsteten, zur gezielten Provokation gegen das sozialistische Deutschland hoch.

Flughafenausbau in Rhein-Main: Ökologische "Volksfront"

Im Foyer des Rathauses von Mörfelden-Walldorf, unweit des Weltflughafens Frankfurt, stehen vier Feldbetten. In einem liegt der SPD-Stadtverordnete Jürgen May, daneben die Herren Leo Peez von der CDU, Rudi Hechler von der DKP und Horst Preißler von der EDP.

Ein Denkmal in Wartestellung: Engels en bloc

Wuppertal, ist Muckertal" – diese hämische Charakterisierung seiner Heimat wird dem Barmer Kaufmannssohn und Mitverfasser des Kommunistischen Manifestes, Friedrich Engels, zugeschrieben.

"Ich konnte nicht länger bleiben"

Ich, Chum Phyrong, wurde am 22. September 1952 in Kaudalstung in der Provinz Kaudal geboren. Mein Vater war Chum Pel, meine Mutter hieß Un Ngeme.

Ideengeschichte: Befreiung vom Recht?

Die Quintessenz der politischen Aufklärung der Neuzeit ist die Einheit von Menschenrechten, Gewaltenteilung und Demokratie. Die reale Wirksamkeit der Menschenrechte setzt ihre juristische Geltung und diese setzt die Gewaltenteilung voraus.

Biographie: Maggie und Dizzie

Am Wahlsieg der Konservativen vom Mai 1979 ist weniger die Höhe bemerkenswert noch die Tatsache, daß er durch eine Frau errungen wurde.

Von der Vormacht einer Nation

Drei Perioden und Entwicklungen französischer Geschichte haben den deutschen Betrachter stets besonders interessiert: Da war die naheliegende Frage, welche Ursachen und Kräfte dazu führten, daß dieser Nachbar so früh eine Nation wurde – ein Prozeß, der spätestens im 15.

Teuer, veraltet, unsozial

Diese Koalition ist einmalig: Peter Conradi, SPD-Linken im Bundestag, und Oscar Schneider, CSU-Abgeordneter und Strauß-Freund, sind einer Meinung: In der Bundesrepublik herrscht wieder Wohnungsnot.

Bonner Kulisse

Am ehesten noch schenkt man der jüngsten Bonner Personalspekulation Glauben, die sich um die Nachfolge von Regierungssprecher Klaus Bölling rankt, der ja in absehbarer Zeit sein Amt verläßt.

Deutsche Mark: Hart machen

Sicher nicht. Abwertung brächte nur kurzfristigen Vorteil. Der geringere Wert der Mark würde die Exportchancen der deutschen Wirtschaft zwar verbessern, aber gleichzeitig die Importe teurer machen, und damit die Inflation anheizen.

Protektionismus: Schulbeispiel

So schön, wie in Großbritannien, ist die Sinnlosigkeit von Grenzbarrieren selten dokumentiert worden: Die japanischen Autohersteller werden in diesem Jahr ihre Zusage, nur eine bestimmte Anzahl von Autos auf der Insel zu verkaufen, nicht einhalten können, weil sie schon bis Mitte Oktober die Quote des ganzen Jahres erreicht haben; gleichzeitig können die größten Autoproduzenten in Großbritannien, Ford und British Leyland, die Nachfrage nach ihren neuen Modellen nicht befriedigen, weil sie unter der geplanten Produktionszahl bleiben.

Nobelpreis: Griff in die Geschichte

Als neunter Amerikaner unter den 18 Tägern des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften ist in diesem Jahr Lawrence A. Klein ausgezeichnet worden.

EG-Agrarpolitik: Wahlhilfe für Giscard?

Robert Lammie, Chef des Scottish Milk Marketing Board, war sich des Unrechts seines Tuns bewußt, "Was wir machen, ist illegal", sagte er in der vergangenen Woche in Paisley bei Glasgow zu herbeigerufenen Reportern, Dann ließ er, "als deutliches Zeichen des Protests", einen Scheck über 716 000 Pfund Sterling in Flammen aufgehen.

Wieviel ist die Ostmark wert?

Die Erhöhung der Umtauschsätze für die DDR-Besucher begründet die DDR-Führung mit zwei Argumenten: Zum einen sei in den vergangenen Jahren die Westmark immer weniger wert geworden, während die Kaufkraft der DDR-Mark sich erhöht habe; deshalb müßten neue Umtauschquoten festgelegt werden.

Deutsch-deutscher Handel: Milliarden-Projekte auf Eis

Die Bonner Deutschlandpolitiker hatten darauf vertraut, daß das "Interessengeflecht" der Wirtschaftsbeziehungen, Kooperationsvorhaben und Zahlungsströme zwischen beiden deutschen Staaten jede politische Abkühlung überdauern werde.

Börsen-Report: Stunden der Wahrheit

Angekündigte Steuererhöhungen, der Verfall der Mark auf den internationalen Devisenmärkten, einigermaßen düstere Konjunkturaussichten und steigende Kapitalzinsen sind Alarmsignale, die üblicherweise die Aktienkurse ins Wanken bringen müßten.

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