DIE ZEIT

Am Abgrund vorbei

Polens Überlieferung hat die Siege der Nation oft Zu Mysterien ausgeschmückt. Den neuen Kompromiß von Warschau zu verklären, wäre voreilig.

Drei Minuten vor Mitternacht

Halb als Komödie, halb als Trauerspiel – so inszenierten die Vertreter von 33 europäischen und zwei nordamerikanischen Nationen in Madrid den Auftakt zur zweiten KSZE-Überprüfungskonferenz.

Bonn muß hart bleiben

Das Unglück läßt sich offenbar kaum noch verhindern: Die Arbeiter und Angestellten der Post wollen Anfang der kommenden Woche über einen zentralen Streik vor Weihnachten entscheiden.

Ein Papst im Lande Luthers

Der Pilger aus Rom soll sein deutsches Wunder erleben. Im Lande der Reformation und Gegenreformation sind Teppiche aus Stilblüten vor ihm ausgebreitet.

Worte der Woche

"Statt den Menschen, die ihre Verwandten besuchen, ihre Mehrausgaben zu vergüten und diesen Betrag bei den Pauschalgebühren, die wir an die DDR zahlen, oder sonstwo abzuziehen, gibt es nur lahme Proteste.

Erich Honecker in Österreich: Der Gast, der aus der Kälte kam

Geduldig stemmten sich alle gegen den eisigen Wind: Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, Bundeskanzler Bruno Kreisky mit einer Riege fröstelnder Minister, ostdeutscher und internationaler Medientroß, die Wiener DDR-Kolonie mit blumen- und fähnchenbewehrten Kindern in Pionieruniform, Sicherheitsstaffeln und Polizei mit scharfen deutschen Schäferhunden.

Zeitspiegel

Als "reines Wunschdenken" interessierter Kreise hat der Vorsitzende der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Heinz Kluncker, die Behauptung bezeichnet, er habe eine "freiwillige Rücksichtnahme bei Tarifverhandlungen" angeboten.

Sozialdemokratische Fraktion: In Langeweile verrotten?

Einen guten Start nach der Wahl hatte die SPD nicht, rosige Zeiten prophezeit ihr keiner. Helmut Schmidt warnt offen, die Regierungspartei könne wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und wegen drohender Widersprüche mit den eigenen Anhängern zunehmend in die Defensive geraten.

Opposition: Es tut sich etwas in der CDU

Viele Stunden hat am vergangenen Wochenende der Landesparteitag der rheinlandpfälzischen Christdemokraten in Ludwigshafen über Konsequenzen aus der neuen Wahlniederlage der Union, im Bund diskutiert.

Wirren in Teheran: Die Revolution zerfasert

Alle Revolutionen haben dies so an sich: Erst räumen sie ihre Gegner aus dem Weg, bald danach die Eigenwilligen unter den Verfechtern der revolutionären Idee, schließlich die Scharfmacher und Scharfrichter.

BONNER BÜHNE: Rangeleien in der Pause

Die "Denkpause", um es im Bonner Jargon zu sagen, zwischen den Koalitionsvereinbarungen und der Regierungserklärung am 24. November ist von Schlachtenlärm erfüllt.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Im spanischen Baskenland haben die Parteien eine "Friedensfront" gegen den politisch motivierten Terror der Separatistenorganisation Eta gebildet.

Konkurrenz für die Jungdemokraten

Die Abrechnung des saarländischen FDP-Landesvorsitzenden Werner Klumpp mit den Jungdemokraten kam nicht unerwartet. Zwischen beiden gab es Differenzen, weil sich die Jungdemokraten geweigert hatten, ihre Partei, die mit der CDU koalieren wollte, im Landtagswahlkampf zu unterstützen.

Gebete für den Frieden

Zum erstenmal seit dem Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 hatten sich die beiden deutschen Kirchen in dieser Form und am selben Tage zu einer politischen Kundgebung zusammengetan.

Ronald Reagans ewige Wahrheiten

Harry Truman hat einmal gesagt, der Präsident sei der einzige Repräsentant aller Bürger. In Washington ist er die Lobby des Volkes.

Um 18 Uhr im Schlafrock

In Hollywood spielte er 50 Filme lang den galant lächelnden Verlierer, der nie die Schöne gewinnt, oft genug in der Schlußszene sterben muß und fast immer im Schatten des kassenträchtigen Stars steht.

Chancen für alte Rezepte

Ronald Reagan hat die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen, weil sich die Mehrheit der Wähler sagte: So kann es nicht weitergehen.

Der Alleskönner

Es war im September 1973 in Nairobi. Vor gut einem Jahr hatte der amerikanische Präsident Richard Nixon seinen wortgewaltigen Finanzminister, das Rauhbein John Connally aus Texas, durch einen neuen Mann ersetzt.

Nancy ist immer dabei

In meinem Leben war Nancy schön sehr lange die First Lady", erklärte Ronald Reagan am Abend seines Wahlsieges vor Millionen von Fernsehzuschauern.

Keine Würstchen im Weißen Haus

Die im Spurenlesen gesellschaftlicher Vorgänge besonders kundigen Damen der amerikanischen Hauptstadt hatten am vorigen Sonntag ein Aha-Erlebnis.

...und alle haben es gewußt

Diesmal klappt es offensichtlich nicht. Auf eine "Generalamnestie" wie es sie für die Sünder der Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz schon mehrfach gegeben hat, können die Panscher von Mosel, Nahe und Rhein diesmal nicht hoffen.

Taktik statt Politik

Den Regierenden in Bonn sind offenbar selbst sinnvolle energiepolitische Vorschläge nicht zu schade, um sie für einen kurzfristigen taktischen Vorteil aufs Spiel zu setzen.

Bonner Kulisse

Wenn nicht noch ein weiterer hinzukommt, wird es nach der nun abgeschlossenen Regierungsneubildung nur drei teure Staatsdiener mehr geben, die auf Kosten der Steuerzahler spazierengehen dürfen: ein Ministerialdirektor und zwei Staatssekretäre.

Deutsche Mark: Kurs war unrealistisch

Die Mark bat wieder Aufwind. Der Dollarkurs ging Anfang der Woche um neun Pfennige auf 1,87 Mark, der Pfundkurs gar um neunzehn Pfennige auf 4,48 Mark zurück.

Bremsen für Bus und Bahn

Kaum hatten die sozial-liberalen Koalitionsunterhändler in Bonn beschlossen, mit einer Anhebung der Mineralölsteuer kräftig hinzulangen, erhob sich lautstarker Protest.

Sanktionen: Schluß mit Klimapflege

Die Welthandelsnation Japan exponiert sich politisch nur sehr widerwillig und funktioniert am besten als everybody’s baby. Selbst die Sanktionen gegenüber Moskau und Teheran wegen des Einmarsches in Afghanistan beziehungsweise der Geiselaffäre galten mehr der Pflege des Verhältnisses zu Amerika als einer politischen Demonstration gegenüber der Sowjetunion oder Iran.

Romantik ist verflogen

Der Fliegerwitz ist schon angegraut: Eine ältere Dame ineinem Verkehrsflugzeug gerät auf der Suche nach der Toilette ins Cockpit.

Quittung für alte Sünden

Als Japans Außenhandelsbevollmächtigter Okita Ende Oktober nach seiner Rückkehr aus Brüssel in Tokio vor die Presse trat, gab er sich verständnisvoll und generös: Japan müsse: die Sorgen der Neunergemeinschaft ernst nehmen.

Manager und Märkte

Die Zweifel, die Esso-Vorstandsmitglied Thomas Kohlmorgen noch vor kurzem an der Durchsetzbarkeit von Benzinpreiserhöhungen hatte, erwiesen sich als unbegründet.

DEVISENSELLER

Auch wenn der extreme Höhenflug des amerikanischen Dollar nur von kurzer Dauer gewesen ist – im längerfristigen Vergleich kann kein Zweifel daran sein, daß sich die Deutsche Mark gegenüber den wichtigsten Währungen des Westens im Kurs verschlechtert hat.

ZEITRAFFER

Deutschlands Autofahrer tanken trotz der jüngsten Preiserhöhungen immer noch billiger als ihre Kollegen in den anderen EG-Ländern – sofern sie Super- oder Normalbenzin fahren.

Traurige Rekorde

So viele Arbeitslose wie im September hat es innerhalb der Europäischen Gemeinschaft noch nie gegeben. Über sieben Millionen Menschen hatten keinen Arbeitsplatz.

Nur ein Tropfen

Thieme: Die Bereitschaft der Lebensversicherer, noch Wohnungen zu bauen, ist praktisch auf Null gesunken. Angesichts der Diskrepanz zwischen Schuldscheinrenditen und der durch das jetzige Vergleichsmietensystem unzureichenden.

+ Weitere Artikel anzeigen