Äthiopien ist auf der Suche nach neuen Verbündeten. Während eines viertägigen Staatsbesuchs in Kenia hat Staatschef Mengistu um die Freundschaft des ideologisch völlig anders orientierten Nachbarn geworben.

Das westlich orientierte Kenia und das sich unter sowjetischkubanischer Anleitung radikalsozialistisch gebärdende Äthiopien verbindet wenig – außer dem gemeinsamen Streit mit Somalia. Somalia, das einen fünfzackigen Stern im Wappen führt, welcher die fünf somalischen Großstämme repräsentieren soll, hat sich vorgenommen, alle Somalis in seinem Lande zu vereinen.

Dies hat zu großen Schwierigkeiten mit den Nachbarländern Äthiopien und Kenia geführt. In beiden Ländern leben substantielle somalische Minderheiten, vor allem in Äthiopien. In einem zwischen beiden Ländern umstrittenen Gebiet, dem Ogaden, tobt seit Jahren ein blutiger Krieg. Äthiopien ist nicht bereit, diesem von somalischen Nomaden bewohnten Gebiet die Autonomie oder den Anschluß an Somalia zuzugestehen. Folge des Krieges sind fast 900 000 Flüchtlinge in Somalia, die das bitterarme Land hoffnungslos überfordern. Tausende von neuen Flüchtlingen kommen täglich hinzu, da Äthiopien eine neue Offensive gestartet hat.

Auch im Norden Kenias herrscht seit Wochen Unruhe, wobei noch unklar ist, von welcher Seite diese Unruhe tatsächlich geschürt wird.

Eines jedoch steht fest: Auch wenn die Weltöffentlichkeit kaum noch Notiz davon nimmt – das Horn von Afrika ist nach wie vor ein Konfliktherd erster Ordnung.

Vy.